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Internationaler Tag der Pflege

„Für Menschen da zu sein, die meine Hilfe benötigen - das ist genau meins, da blühe ich wirklich auf“, erzählt Anja S., die seit mittlerweile fast zehn Jahren beim Samariterbund im Pflegebereich tätig ist. Sie steht an jedem Arbeitstag um fünf Uhr in der Früh auf und versorgt körperlich schwache alte Menschen, Parkinson-Patienten und Demenzkranke. Sie sorgt für Gespräche und Körperpflege, kontrolliert die Medikamente, richtet das Essen her, checkt die Notrufsysteme und bringt die Menschen abends zu Bett.

Manchmal erlebt sie im Dienst „auch schöne kleine Wunder“: So bekam sie vor einiger Zeit einen anscheinend hoffnungslosen Pflegefall zugewiesen. Der Mann saß im Rollstuhl und „war eigentlich schon mehr im Jenseits als im Diesseits“, aber die Pflege hat ihn seelisch so aufgebaut, dass er neuen Lebensmut gefunden hat – und von da an ging es ständig aufwärts. Heute kann er ohne Rollstuhl unterwegs sein und freut sich über das Leben. „Und dass manchmal auch so etwas geschehen kann, macht meine Arbeit wirklich wunderschön. Die Menschen, die ich pflege, sind sehr, sehr dankbar, und ich bekomme von ihnen viel positive Energie zurück“, sagt Anja. 

 

Wachstumsbranche mit besten Job-Aussichten

„Der österreichische Gesundheitsminister Dr. Wolfgang Mückstein ist ein erfahrener Arzt und muss jetzt viele, längst fällige Entscheidungen im Gesundheits- und Sozialbereich treffen“, erklärt Franz Schnabl, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai 2021. „Es geht um die Pflegebedürftigen und die Pflegenden. Die Standards sind von Bundesland zu Bundesland oft verschieden. Das Ziel ist eine einheitliche gesetzliche und strukturelle Regelung für ganz Österreich.

Viele Bereiche verlangen schon viel zu lange nach Veränderungen und dürfen nicht wegen der Corona-Krise auf die lange Bank geschoben werden. Die Pflege ist eine Wachstumsbranche mit besten Job-Aussichten“, so Schnabl. Außerdem seien eine Image-Aufwertung, ein solidarisch finanziertes, zukunftstaugliches Pflege-Gesamtkonzept und Reformen zur Entlastung pflegender Angehöriger nötig. 456.000 ÖsterreicherInnen sind derzeit auf Pflegeleistungen angewiesen. Zum Vergleich: Das sind um 60.000 Menschen mehr, als ganz Vorarlberg Einwohner hat. Und Tag für Tag kommen im Schnitt 27 neue dazu.  

 

Dringender Handlungsbedarf

Es herrscht dringender Handlungsbedarf. Der Anteil der Erwerbstätigen, die in Pension gehen, wird in den nächsten Jahren immer größer. Bei einer höheren Lebenserwartung ist es daher notwendig, die stationären und mobilen Pflegeangebote auszubauen und neue Modelle zu entwickeln.

„Die Bedürfnisse und Wünsche der älteren Menschen liegen dem Samariterbund sehr am Herzen. Unsere mehrfach ausgezeichneten Pflegekompetenzzentren gelten als Vorzeigebeispiele für professionelle Pflege mit würde- und liebevoller Betreuung. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden bei uns von bestens ausgebildeten und motivierten Teams nach internationalen Standards rund um die Uhr in wunderschönem Ambiente betreut. Jede einzelne Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter zeigt Empathie und stellt die individuellen Wünsche der Menschen ins Zentrum der Tagesabläufe“, sagt Andreas Balog, Mitglied der Samariterbund-Geschäftsleitung.

Das Pflegekonzept des Samariterbundes ist darauf ausgerichtet, die Selbständigkeit der Menschen durch die Einbindung des sozialen und familiären Milieus so lange wie möglich zu erhalten. Dabei legt man vor allem auch Wert auf soziale Betreuung und Möglichkeiten zur Kommunikation. Kleine Hausgemeinschaften verbessern die Lebensqualität und fördern das Gefühl von Geborgenheit und Menschlichkeit.

„Dank unserer Qualitäts- und Image-Offensive zeigt sich, dass Pflege durchaus ‚smart‘ sein kann und durch den Einsatz von moderner Technologie und Digitalisierung ‚fancy‘ wird. Dabei stehen nicht nur die Kosten im Fokus, sondern vor allem die Qualität der Services sowie die Nachhaltigkeit und die Umweltverträglichkeit dieser modernen Projekte“, so Balog. 

 

Kooperation mit der EU

Das von der EU und vom Land Burgenland geförderte grenzüberschreitende „niCE-life“-Projekt fördert die soziale Eingliederung und Pflegekoordination von älteren Menschen mit Defiziten. Das Gesundheitsmodell verwendet Sensoren, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie Datenanalysen.

Der Samariterbund Burgenland ist in die Entwicklung einer Software eingebunden. Diese erkennt frühzeitig Verschlechterungen von Gesundheitszuständen. Droht eine Krise, so werden schnell die nötigen Gegenmaßnahmen eingeleitet. 2022 wird ein detaillierter Handlungsplan ausgearbeitet, der dabei helfen soll, das Modell in den einzelnen Ländern zu implementieren.  

 

Hilfe von Mensch zu Mensch

Seit der Gründung vor fast 100 Jahren erfüllt der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs seine soziale Mission: Die haupt- und ehrenamtlichen Samariterinnen und Samariter der Non-Profit-Organisation leisten für ältere Menschen, Kranke, Verletzte und in Not geratene Personen wichtige Hilfe von Mensch zu Mensch. Dabei wird der Samariterbund von 352.246 Mitgliedern und Förderern in ganz Österreich unterstützt. Bei der Erfüllung der vielfältigen Aufgaben sind 11.272 haupt- und ehrenamtliche Samariterinnen und Samariter sowie 1.441 Zivildiener im Einsatz. 

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