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Transportkosten-„Deckelung“ durch NÖGKK bereitet Rettung Sorgen


Beinahe Jahr für Jahr konnten die Ternitzer Samariter stolz über Steigerungen bei Ausfahrtenzahl,
Kilometerleistung und Dienststunden berichten – als Zeichen für die steigende Bedeutung der seit
1954 bestehenden Rettungsorganisation. So zeichnet sich auch für 2015 ein neuer Rekord bei den
Leistungsdaten ab.
Jetzt trübt aber eine Neuregelung der NÖGKK die „Erfolgsgeschichte“: Die Transportvergütungen
werden nämlich auf dem – weitaus niedrigeren – Niveau von 2012 (zuzüglich einer „Toleranz“ von 11 Prozent) „gedeckelt“. Samariterbund-Obmann StR Franz STIX äußert sich besorgt:
„Die ‚Deckelung‘ bedeutet für uns, dass rund 15 Prozent unser Transporte im Jahr 2015 von der
Krankenkasse nicht bezahlt werden – mit anderen Worten: Ab etwa Anfang November fahren wir praktisch zum Nulltarif, bei vollen Kosten unsererseits!“
Nicht genug damit, müssen die Samariter auch noch knapp 7 Euro pro Transport an die Rettungsleitstelle (144 Notruf NÖ) abführen – jeder Einsatz, jeder Transport vergrößert also das finanzielle „Minus“.

Spontan reagiert hat die Stadtgemeinde Ternitz, die den erwarteten Einnahmenausfall von rund 45.000 Euro mit einer außerordentlichen Subvention für das Jahr 2015 abfedert. „Wir wollen die beste Versorgung unserer Bevölkerung durch den ASBÖ aufrecht erhalten. Es darf nicht sein, dass Patienten abgewiesen werden müssen, weil die Krankenkasse notwendige Einsätze nicht vergütet“, so Bürgermeister LAbg. Rupert Dworak. Der Ternitzer Gemeinderat hat deshalb in seiner Sitzung am 28. September 2015 das Budget des zu erwartenden Differenzbetrages bereitgestellt.. „Damit können wir sämtliche Leistungen in vollem Umfang aufrecht erhalten“, freut sich ASBÖ-Obmann Stix.

Die Situation wird sich 2016 noch verschärfen: Das neue SeneCura-Pflegezentrum in Ternitz bedeutet für uns zusätzliche Fahrten, die Sperrnächte auf der Unfallabteilung in Neunkirchen längere Transporte nach Wiener Neustadt – und wenn 2016 der Notarztwagen durch ein NEF (Notarzteinsatzfahrzeug, das selbst keine Patienten transportiert) ersetzt wird, kommen für uns noch etliche – besonders kritische und aufwändige – Einsatzfahrten hinzu. "Auf Dauer können wir das alles finanziell nicht mehr lange durchstehen,“ so der ASBÖ-Vorstand