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Verantwortung für die Pflege übernehmen

„Tag der älteren Menschen“ am 1. Oktober 2017 rückt Alltagsprobleme von SeniorInnen in den Fokus


„In Österreich haben wir ein engmaschiges Netz der Versorgung, aber schon jetzt ist es wegen der längeren Lebenserwartung auch hier notwendig, die bestehenden stationären und mobilen Angebote der Pflege auszubauen und neue Modelle zu schaffen“, erklärt Franz Schnabl, Präsident des Samariterbund Österreichs, anlässlich des „Internationalen Tag der älteren Menschen“. Und Reinhard Hundsmüller, Samariterbund-Bundesgeschäftsführer, ergänzt: „In den kommenden 35 Jahren wird der Anteil der Erwerbstätigen, die in Pension gehen, immer größer. Der Samariterbund übernimmt Verantwortung für das Wohlergehen älterer Menschen und ist bei vielen innovativen Projekten bereits in den Test-Phasen dabei. Wir setzen unsere Erfahrung ein, um für die zukünftigen Herausforderungen optimale Lösungen zu erarbeiten.“

Mit zunehmendem Alter fällt es vielen Menschen immer schwerer, ihren Alltag wie gewohnt zu bewältigen. Ein langes Leben in den eigenen vier Wänden ist aber dennoch möglich, wenn ein Netzwerk aus Helfern und Dienstleistern professionell koordiniert wird. Der Samariterbund bietet ein breites Angebot für Menschen, die Unterstützung brauchen. Mit mobiler Pflege und Betreuung (Hauskrankenpflege, Heimhilfe, Besuchsdienst), Urlaubsbetreuung, 24-Stunden-Betreuung sowie Notruf-Systemen oder auch Essen auf Rädern kann dem Wunsch vieler Seniorinnen und Senioren entsprochen werden, so lange wie möglich in der eigenen Wohnung zu leben. „Ist der Verbleib in der Wohnung jedoch nicht mehr empfehlenswert, dann können pflegebedürftige Menschen in mehr als 30 Einrichtungen und Wohngemeinschaften des Samariterbundes in ganz Österreich ein neues Zuhause finden“, so Hundsmüller.

Auch die Wiener Wohngemeinschaften des Samariterbundes in der Mühlgrundgasse 3 in 1220 Wien sowie am Kapaunplatz 7 in 1200 Wien erfreuen sich großer Beliebtheit. Bis 2019 sollen in Wien zwei weitere Samariterbund-Wohngemeinschaften dazukommen. Moderne Senioren-WGs sind für Menschen geeignet, die gerne in einer Gemeinschaft leben und den Kontakt zu anderen Menschen lieben. Die Bewohnerinnen und Bewohner erhalten Besuch durch ausgebildetes Personal, das sich um ihre Anliegen kümmert. Ein freiwilliger Besuchsdienst unterstützt sie.

Wer sich selbst ein Bild von so einer Einrichtung machen will, hat am „Tag der Offenen Tür“ am Dienstag, dem 10. Oktober 2017 dazu Gelegenheit. Da liest der Schauspieler Erich Schleyer (77) ab 13.30 Uhr in der WG in der Mühlgrundgasse 3 aus seinem Buch „Der Geschichtenerzähler“ und präsentiert literarische Gustostückerln von Loriot. Im Anschluss daran können die Gäste die Räumlichkeiten der Wohngemeinschaft besichtigen und mit den BewohnerInnen plaudern.

Dazu Erich Schleyer: „Ich finde es ganz wichtig, dass es den Samariterbund gibt. Es ist toll, was er immer wieder auf die Beine stellt und welche Kraft die Samariterinnen und Samariter aufbringen. Ich bin für die Zurückeroberung der Bassena, des Marktplatzes, man soll für andere einfach da sein. Die Alten werden nicht weggesperrt, sondern respektiert und integriert.“

Seit 1990 wird jedes Jahr am 1. Oktober der „Internationale Tag der älteren Menschen“ dafür genützt, weltweit auf die Lebensbedingungen der Älteren aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit für besondere gesellschaftspolitische Herausforderungen wie Altersarmut und Diskriminierung zu sensibilisieren. Gleichzeitig sollen die Leistungen der älteren Generation gewürdigt und das Verständnis zwischen den Generationen gestärkt werden.

Fotos: Michael Mazohl