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Versorgungszeit am Notfallort reduzieren!


Obwohl bei den Verkehrsunfällen mit Todesfolge in Österreich in den letzten Jahren kontinuierlich Rückgänge zu verzeichnen sind, sterben trotzdem jährlich noch 552 Menschen an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Über 45.800 Personen wurden 2010 bei Verkehrsunfällen verletzt, viele Menschen erlitten dabei zum Teil schwerste Verletzungen. 2010 verletzten sich in Österreich 610.500 Menschen bei Heim-, Freizeit- oder Sportunfällen und mussten deshalb in einem Krankenhaus behandelt werden, viele davon erlitten lebensbedrohliche Verletzungen. Das Polytrauma ist noch immer die häufigste Todesursache zwischen dem ersten und 44. Lebensjahr.

Auch in Österreich ist die präklinische Versorgungszeit (Zeitpunkt der Alarmierung bis zur Übergabe im Krankenhaus) mit durchschnittlich rund 60 Minuten viel zu lang. Medizinische Wissenschaft ist ständig im Fluss, das langjährig praktizierte Konzept „Stay and Play“ ist bisweilen für die lange Zeit am Notfallort verantwortlich und nicht mehr zeitgemäß. Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse in den letzten Jahren, dürfen bei einem Notfallpatienten nur noch zwingend erforderliche und lebensrettende Maßnahmen am Notfallort durchgeführt werden, die Zeit an der Einsatzstelle muss in gebotenem Maße kurz gehalten werden. Das neue Konzept heißt „load go und treat“, es werden nur noch potenziell lebensrettende Maßnahmen am Notfallort durchgeführt und umgehend ein Transport in ein geeignetes Krankenhaus eingeleitet. Alle anderen Maßnahmen werden auf dem Weg ins Krankenhaus durchgeführt. Zeitersparnis und Effizienz am Notfallort sind die Schlüsselworte in der präklinischen Versorgung.

Der Samariterbund hat, wie schon sehr oft, über den Tellerrand geblickt und nach Prüfung verschiedener Ausbildungsprogramme für präklinische Traumatologie, ITLS (International Trauma Life Support) als international anerkanntes und standardisiertes Ausbildungsprogramm im Rahmen der Traumaversorgung (Behandlung verletzter Personen) für den Rettungsdienst, fix in sein Bildungsprogramm aufgenommen und schließt damit eine große Lücke im österreichischen Bildungssystem für präklinische Rettungs- und Notfallmedizin.

Ein ITLS - Kurs dauert 18 Unterrichtseinheiten und ist eine anstrengende, praxisbetonte Fortbildung auf hohem Niveau, bei dem eine klar strukturierte Vorgangsweise die auch unter Zeitdruck funktioniert vermittelt wird.

Der ITLS – Kurs richtet sich vor allem an präklinisch tätige Personen die an der Versorgung verletzter Personen beteiligt sind, insbesondere an Rettungs- und Notfallsanitäter sowie an Notärzte.