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Volksbefragung zur Wehrpflicht

Neue Diskussion um Zivildienst-Ersatz


Wien, 30.08.2012

Im Jänner kommenden Jahres gibt es eine Volksbefragung zur Wehrpflicht. Fällt die Wehrpflicht, fällt auch der Zivildienst. Rettungs- und Sozialorganisationen droht damit ein Versorgungsengpass, daher sollten rasch leistbare Alternativen aufgezeigt werden.

Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs (ASBÖ) leistet jährlich 720.000 Einsätze im Bereich des Rettungs- und Krankentransportdienstes. Die überwiegende Mehrzahl dieser Transporte betrifft schwer kranke Menschen, welche etwa einer ständigen Chemo-, Dialyse-, oder Strahlentherapie bedürfen. Ob die vom ASBÖ im Dienste der Allgemeinheit bisher erbrachten Leistungen durch ein reformiertes Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) annähernd gleichwertig ersetzt werden können, wird von der Ausgestaltung, den Anreizen, einer gesicherten Finanzierung sowie einer ausreichenden Vorlaufzeit abhängen. Derzeit sind beim Samariterbund, der zweitgrößten Rettungs- und Gesundheitsorganisation in Österreich, jährlich über 1.400 Zivildienstleistende im Einsatz.


Neue Strukturen nötig

Alleine in Wien ist bei einer Einstellung des Zivildienstes mit einem Schlag ein Ersatz von bis zu tausend Zivildienstleistenden im gesamten Rettungswesen erforderlich, um das Sozial- und Gesundheitssystem der Stadt in gleichbleibendem Umfang und gleichbleibender Qualität aufrechtzuerhalten. Dieser Ausfall wird nur mit einer ausreichend langen Vorlaufzeit verbunden mit erheblichen Planungsarbeiten und Strukturänderungen zu kompensieren sein.

„Jetzt können wir ein halbes Jahr intensiv an Alternativen arbeiten. Es besteht die Chance, das Rettungswesen auf neue Beine zu stellen, und so die Versorgungsicherheit in Österreich langfristig zu gewährleisten“, erklärt ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller.