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Wassereinbruch im Samariterbund–Notquartier R3

Am 14.05.2010 um 15.42 Uhr erhielt das Landesrettungskommando des Samariterbundes Wien einen Anruf von Dr. Edmund Rinnerbauer, Leiter des Samariterbund-Notquartiers R3, mit der Bitte um Unterstützung: Bereits am Vortag war in das Gebäude Wasser eingedrungen. Die Folgen des Wassereinbruches waren zwar bereits großteils beseitigt, aber die Befürchtung war groß, dass es am Wochenende zu weiteren Wassereinbrüchen und Schäden kommen könnte.


Laut ZAMAG wurden heftige Regenfälle mit Wassermengen bis zu 40mm/m²/h erwartet. Rinnerbauer benötigte dringend Sandsäcke, die übliche Lieferungszeit hätte aber voraussichtlich über eine Woche gedauert.

 

Über die Leitstelle des Samariterbundes wurde neben dem Bereichsleiter auch der Landesrettungskommandant Alexander Prischl und Peter Erdle, Leiter des Katastrophenhilfsdienstes vom Samariterbund Wien, informiert und um Unterstützung gebeten. Dank der engen Zusammenarbeit mit der MA 68 (Berufsfeuerwehr der Stadt Wien) gelang es, am Samstag, kurzfristig 200 Sandsäcke und eine entsprechende Menge an Sand zu organisieren. Nun bedurfte es noch engagierter Helfer, die tatkräftig Hand anlegten, um die neuerliche Gefahr einer drohenden Überflutung einzudämmen. Diese waren nach ein paar Telefonaten rasch gefunden, Schaufeln ausgeteilt und die notwendige Arbeit war bis 21.00 Uhr durchgeführt.

 

Fazit: 4 Tonnen Sand wurden in 140 Säcke gefüllt, 90 Säcke ausgelegt und der Rest auf Paletten zur raschen Entnahme gelagert.

 

Im Übergangswohnheim „R3“ stehen für insgesamt 186 Frauen, Männer und Paare eine vorübergehende Wohnmöglichkeit sowie Beratung und Begleitung in krisenhaften Situationen bereit. Zusätzlich gibt es für akut obdachlose Frauen ein Nachtquartier mit 18 Schlafplätzen.

 

Der Samariterbund Wien engagiert sich seit drei Jahren aktiv im Bereich Wohnungslosenhilfe. Armutsgefährdung und soziale Ausgrenzung betreffen mittlerweile einen nicht unwesentlichen Teil der Bevölkerung. Um Menschen in schwierigen Lebenslagen zu helfen, hat der Samariterbund Wien ein differenziertes Betreuungsmodell erstellt, das vom Fonds Soziales Wien gefördert wird. Im „Haus SAMA“, das im Juli 2008 eröffnet wurde, gibt es 26 Übergangswohnplätze. Mit Unterstützung durch Betreuer und Sozialarbeiter sollen die Bewohnerinnen und Bewohner den Weg zurück in die Eigenständigkeit finden. Mit 121 Wohneinheiten ist das Bauprojekt ‚Haus Max Winter‘ in der Pillergasse 20 eines der größten Projekte mit dem Angebot an Sozial betreutem Wohnen in Wien. Im September 2008 erfolgte die Grundsteinlegung, im Oktober 2009 fand die Gleichenfeier statt, seit dem Frühjahr 2010 ist das Haus bezugsfertig. Das Haus richtet sich an Menschen, die mit den unterschiedlichsten Schwierigkeiten zu kämpfen haben, sowie an Menschen aus geriatrischen Einrichtungen, die nicht mehr eigenständig leben können.