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WasserretterInnen trainierten in Zell am See Such- und Bergetauchgänge unter Eis

Es ist eine der schwierigsten Tauchsituationen für Taucher, Ausrüstung und Unterstützungsmannschaft: das Tauchen unter Eis.


Bei der Alarmierung zu Eiseinsätzen sind die TaucherInnen der Samariterbund Waserrettung Zell am See für alle Notfälle gerüstet. Es besteht die Gefahr, dass die eingebrochene Person, oder auch Güter unter Eis geraten und zu retten bzw. zu bergen sind. Taucheinsätze sind für die TaucherInnen sehr belastend, zum einen durch die Kälte, der man durch gute Anzüge und entsprechende Ausrüstung vorbeugen kann. Zum anderen ist ein Einsatztauchgang unter Eis eine enorme psychische Herausforderung sowohl für die TaucherInnen als auch für die Sicherungs- und Unterstützungsmannschaft an der Eisoberfläche.

Kälte und die eigene Sicherung betreffen alle

"Die Sicherungsmannschaft ist der Gefahr ausgesetzt, dass sie selbst auch einbrechen kann und deshalb gezwungen einen sicheren Standplatz zu errichten. Zum anderen dient die Oberflächenmannschaft der Sicherung der Taucher unter dem Eis. Würde die Sicherungsleine ins Wasser fallen, so wäre es für die Taucher lebensgefährlich. Das Ein- bzw. Ausstiegsloch wäre nur mehr sehr schwer zu finden. Für die Taucher ist die Kälte eine zusätzliche Herausforderung. Eile ist geboten, da der Taucher selbst auch zum “Eisloch“ zurück muss. Die kalten Wassertemperaturen unter der Eisfläche sind Extrembedingungen auch für die Ausrüstung, vor allem für die Lungenautomaten, also die Luftversorgung der Taucher", erklärt Michael Kling, erfahrener Tauchlehrerausbilder und einer der Einsatzleiter der Zeller Wasserrettung.

Unterstützung durch die Wasserrettungs-Jugend

Nachdem letzte Woche gemeinsam mit den Zeller Einsatzorganisationen und den Kollegen aus Linz das Eisretten geübt wurde, waren heute Taucher und Unterstützungsmannschaft am See, um zu üben. Standard- und Notverfahren für Tauchsuch- und Bergeeinsätze wurden trainiert, damit die Einsatzkräfte am und unter dem Eis sich blind vertrauen und unterstützen können. Das Vorbereiten der Einsatzstelle, das Absichern des Eislochs, Standflächenabsicherung wurden genauso geübt wie die Leinenführung. Mit dabei bei den Übungsaufgaben waren auch diesmal wieder die Jugendlichen der Samariterbundgruppe Zell am See. Sie wurden als Unterstützungsmannschaft mit ausgebildet und können damit nach Übernahme in die Einsatzmannschaft ohne weitere Ausbildungen bei Eiseinsätzen mithelfen.

Schöne Beobachtungen unter Wasser

Ein Tauchgang unter Eis ist aber nicht nur eine Herausforderung, sondern auch schön und auch der Spaß darf nicht zu kurz kommen! We are Roketmen! ;-) Es gibt unter Eis keine Strömung, keine Wellen und keinen Wind, wodurch die Sichtweiten hervorragend sind. Fische und andere Lebewesen "sparen Energie" und können daher gut beobachtet werden. Die Einsatzkräfte der ASBÖ Wasserrettung Zell am See trainierten jede Situation, um für Einsätze am und auch unter Eis bestens vorbereitet zu sein. Egal ob im stehenden oder fließenden Gewässer, die Zeller Einsatzkräfte können jeden wasserrettungstechnischen Notfall am, im und unter Wasser abdecken. Die wasserrettungstechnischen Aufgabenstellungen können nicht nur im Verbund, sondern – und darauf sind die Zeller Wasserretter besonders stolz – selbstständig bewältigt und auch ausgebildet werden.