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Welternährungstag und Tag der Armut: Samariterbund unterstützt Notleidende in Heimatländern

ASBÖ-Präsident Franz Schnabl fordert die Umsetzung des Stufenplans zur Erhöhung des EZA-Budgets


In dieser Woche weisen gleich zwei internationale Tage auf dramatische Zustände in den Krisengebieten der Welt hin: Der Samariterbund nimmt den "Welternährungstag" am 16. Oktober und den "Tag der Armut" am 17. Oktober zum Anlass, eine sofortige Erhöhung der Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit und eine rasche Hilfe für die notleidenden Menschen zu fordern. "Die jüngsten Flüchtlingsbewegungen machen deutlich, welche Folgen es hat, wenn Hilfe in den Herkunftsländern ausbleibt. Derzeit befinden sich mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor kriegerischen Konflikten, Terror und menschenunwürdigen Lebensbedingungen. Der Großteil von ihnen sucht Zuflucht als Binnenflüchtling im eigenen Land oder in den Nachbarländern. Mehr als vier Millionen syrische Flüchtlinge sind in die angrenzenden Länder Libanon und Jordanien geflüchtet, wo sich immer mehr Familien nicht ausreichend ernähren können, die Gesundheitsversorgung nicht sicher gestellt ist und die Kinder nicht regelmäßig Schulbildung erhalten", sagt Franz Schnabl, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs.

Derzeit gibt Österreich nur einen sehr geringen Anteil - nämlich 0,26 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) aus, das Ziel liegt jedoch bei 0,7 Prozent. Schnabl fordert die Umsetzung der geplanten Erhöhung des EZA-Budgets in einem Stufenplan, den die Regierung bereits im Sommer vorlegen wollte. Bei der Erhöhung der EZA-Mittel um 15 Millionen Euro, wie sie in der heutigen Budgetrede angekündigt wurde, handelt es sich lediglich um die Rücknahme der für 2016 vorgesehenen Kürzungen in diesem Bereich. Die bereits beschlossene Erhöhung der Mittel ist lediglich auf die Aufstockung des Auslandskatastrophenfonds von fünf auf 20 Millionen Euro zurückzuführen. "Jetzt ist es wichtig, die Menschen vor Ort zu unterstützen. Dies kann nicht alleinige Aufgabe der NGOs sein", so Schnabl.

Der Samariterbund arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich mit lokalen Partnerorganisationen in vielen Krisenregionen der Welt. Ein Projekt unterstützt syrische Flüchtlinge, die im Nordirak Zuflucht gefunden haben. Ein anderes Hilfsprogramm unterstützt etwa 1700 palästinensische Flüchtlinge aus Syrien, die in Nahr al-Bared, einem der größten Flüchtlingslager im Libanon nördlich von Tripoli, versorgt werden. Auch in anderen Katastrophengebieten der Welt wie in Nepal hilft der Samariterbund den Menschen nach dem schweren Erdbeben beim Wiederaufbau ihres Landes. In Nordkenia, wo es kaum Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung gibt und die Situation vor allem für Frauen und Mädchen besonders schwierig ist, werden Gesundheitsprojekte erfolgreich umgesetzt.