Inhalt
< vorheriger Artikel

Weltflüchtlingstag: Samariterbund fordert ein Umdenken beim Thema Asyl und Integration

Es braucht neue Lösungen! Ein Stopp von Asyl-Verfahren verschärft lediglich die Situation. Der Samariterbund ist bereit, weitere Flüchtlinge zu betreuen.


"Menschen brauchen eine Zukunft! Besonders junge Flüchtlinge benötigen unsere Unterstützung. Mehr als 1.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind derzeit in nicht altersadäquaten Massenquartieren untergebracht und damit ohne Perspektive", sagt Franz Schnabl, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, für den ein Umdenken in der aktuellen Flüchtlingsfrage eine zentrale Aufgabe der Politik ist. Mehr Mittel für die Betreuung und Integration von Flüchtlingen sind dringend notwendig. "Mit Tagsätzen von 19 Euro ist es für Trägerorganisationen nur dank der Spendenbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher möglich, Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen und fachgerecht zu betreuen. Eine adäquate Unterbringung der Menschen ist essentiell", so Franz Franz Schnabl. "Flüchtlinge in Zeltstädte zu verfrachten ist menschenverachtend."

Der vor kurzem von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner angekündigte Stopp aller neuen Asyl-Verfahren verschärft die derzeitige Situation nur noch mehr. "Es ist skandalös, neue Asylverfahren stoppen zu wollen. Menschen, die nach Österreich kommen, haben ein Anrecht darauf, möglichst schnell zu erfahren, ob sie hier Asyl erhalten oder nicht. Raschere Asylverfahren sind wichtig - besonders für die Altersgruppe zwischen 14 und 18 Jahren, für die es in Österreich immer noch zu wenige adäquate Unterbringungs- und Betreuungseinrichtungen gibt. Durch eine 'Das-Boot-ist-voll'- Rhetorik kommen nicht weniger Menschen, die aus ihrem Heimatland flüchten mussten, nach Österreich. Wir brauchen europaweit verpflichtende Quoten zur fairen Verteilung von Flüchtlingen", so Franz Schnabl.

Mehr als 170.000 Menschen flohen 2014 über das Mittelmeer, mehr als 1.600 starben allein 2015 bis jetzt auf diesem gefährlichen Fluchtweg. Aufgrund von zahlreichen Kriegen und Konflikten wird die Zahl der Flüchtlinge weltweit weiter drastisch steigen. Der Samariterbund übernimmt derzeit schon mit acht Flüchtlingseinrichtungen Verantwortung. "Bis zur Aufnahme der Flüchtlinge in unseren Einrichtungen haben die Menschen bereits Unvorstellbares erlebt. Sie brauchen unsere Hilfe", erklärt Franz Schnabl. "Wir als Samariterbund sind bereit weitere Flüchtlinge zu betreuen."