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Welttag der humanitären Hilfe: Samariterbund unterstützt Notleidende in Heimatländern

ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller fordert Strategie und vorausschauende Planung für mehr humanitäre Hilfe in Katastrophengebieten.


"Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen, die ihre Familien nicht ausreichend ernähren können und über keine Zukunftsperspektiven für ihre Kinder verfügen, muss geholfen werden", sagt Reinhard Hundsmüller, Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, anlässlich des Internationalen Tages der humanitären Hilfe am 19. August. Der Samariterbund fordert eine klare Strategie im Bereich der humanitären Hilfe mit festgelegten Zielen und einem abgesicherten Budget auf EU-Ebene. Der Krieg in Syrien und die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Irak haben 15 Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht. "Wir sind mit der größten humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert. Wir müssen die Situation der Menschen ernst nehmen, sie in ihren Heimatländern und in den angrenzenden Nachbarländern unterstützen. Damit können wir einen Beitrag leisten, die Lage in diesen Ländern zu stabilisieren", betont Hundsmüller seine Forderung nach vermehrtem internationalen Engagement. "Nicht zuletzt aufgrund der Entwicklungen im vergangenen Jahr wissen wir sehr gut, welche Folgen es hat, wenn humanitäre Hilfe in den Heimatländern notleidender Menschen ausbleibt oder in zu geringem Maße erfolgt", so Hundsmüller.

Hilfsprogramme des Samariterbundes im Nordirak und im Libanon

Der Samariterbund hilft Menschen weltweit, die durch Naturkatastrophen oder Konflikte in Not geraten sind. Aktuell unterstützt der Samariterbund in Zusammenarbeit mit verlässlichen, regionalen Partnern Flüchtlinge, die im Nordirak und im Libanon Schutz gefunden haben. "Unsere Partnerorganisationen vor Ort verteilen Gutscheine für Lebensmittel an die Betroffenen, die damit in lokalen Geschäften Nahrungsmittel einkaufen können", erklärt Hundsmüller. Auch in den Flüchtlingscamps der Westsahara, ein von der Weltöffentlichkeit wenig beachteter Schauplatz, wird Hilfe dringend benötigt. Der Samariterbund hat dort ein neues Projekt gestartet, das die Schulausbildung von Kindern fördert. Gemeinsam werden die Ausbildung von LehrerInnen in den Camps sowie Lehrunterlagen erarbeitet und damit 4.500 Mädchen und Buben eine Chance auf eine fundierte Schulbildung und eine bessere Zukunft gegeben. "Eine gute Ausbildung ist die beste Möglichkeit für ein selbstbestimmtes Leben sowie gegen Extremismus und Resignation", so Hundsmüller.

Der Samariterbund leistet mit seinen Projekten Hilfe zur Selbsthilfe, um die Lebensbedingungen in den Projektländern nachhaltig zu verbessern und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu fördern. Der Samariterbund unterstützt seit 2015 nach zwei verheerenden Erdbeben ein Wiederaufbauprojekt in Nepal, in Kenia und Äthiopien ein Frauengesundheitsprojekt, seit 2014 nach einer Flutkatastrophe in Serbien die landwirtschaftlichen Entwicklung und im Nordosten Georgiens die Integration von Kindern und Jugendlichen zur Förderung von Perspektiven sowie mobile Pflege für alleinstehende ältere Menschen.