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Wenn Retten stresst …

Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreich und sein Betreuungsteam veranstalteten am 20./21.März 2010 erstmals eine österreichweite Fortbildungstagung im Gemeinde-und Kulturzentrum in Rabenstein/Pielach.


Werner Griessler, Obmann der Gruppe Rabenstein und Landesrettungskommandant, hatte wie schon bei früheren Betreuungsteam-Übungen wieder ganze Arbeit geleistet: Dank seiner perfekten Organisation war die Tagung zum Thema ‚Stressverarbeitung im Rettungsdienst‘ gut besucht und die TeilnehmerInnen fühlten sich außerordentlich wohl und gut betreut. So konnte der Leiter des ASBÖ-Betreuungsteams Dr. Franz Holzhauser neben dem Leiter der ökumenischen Notfallseelsorge Stefan Meierhofer auch Vertreter anderer Partnerorganisationen wie das Akutteam Niederösterreich und die Feuerwehr begrüßen.

 

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Ing. Kurt Wittmann und dem niederösterreichischen VP und Mitglied des Bundesvorstandes Ltabg. Otto Kernstock gab Franz Holzhauser einen Überblick über die Entstehung, den Aufbau und die Zukunft des österreichweiten ASB-Betreuungsteams. Besonders ging er auf die wissenschaftliche Evaluation und das daraus entstandene Projekt Betreuung im Bundesverband ein. Dieses Projekt umfasst 18 Arbeitskreise, die sich mit der Implementierung von Krisenintervention und Stressverarbeitung in allen Bereichen des ASBÖ beschäftigen und steht unmittelbar vor dem Abschluss sowie bereits in schrittweiser Umsetzung. Das ASBÖ-Betreuungsteam ist derzeit in fünf Bundesländern vertreten, Holzhauser wünschte sich, auch noch in weiteren Bundesländer SvE- und KIT-Teams aufbauen zu können.

 

Im Anschluss daran kam es dann zum ersten Höhepunkt der Tagung: Der Vortrag der international anerkannten Univ. Prof. Dr. Barbara Juen vom Institut für Psychologie der Universität Innsbruck, die über aktuelle Entwicklungen und Standards in der Einsatznachbetreuung referierte. Als fachliche Leiterin der Krisenintervention im ÖRK und als Mitglied in zahlreichen internationalen Gremien auf dem Gebiet der Akutbetreuung spannte sie einen Bogen von den Anfängen der Einsatznachsorge bis zu den aktuellen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Einzel- und Gruppen-Nachbetreuung. Besonders zu erwähnen sind die kritische Auseinandersetzung mit dem Debriefing und die Rolle der Führungskräfte im Bereich der Stressverarbeitung. Das Publikum, überwiegend bestehend aus den Mitgliedern der ASB-Betreuungsteams, nahm die Möglichkeit der Diskussion gerne an und klatschte begeistert Beifall. Im Anschluss vertiefte der zukünftige Leiter des niederösterreichischen ASB-Betreuungsteams Mag. Alexander Hamberger das Thema „Stress bei Führungskräften“.

 

Am Abend wurde die Generalversammlung der Betreuungsteams abgehalten und für alle Bundesländer und Regionen, in denen das Betreuungsteam bereits aktiv ist, die fachlichen und organisatorischen Leiter gewählt. Der Bundesleiter der Betreuungsteams Dr. Franz Holzhauser wurde in seiner Funktion und mit seinem Team bestätigt.

Am Sonntag stand praxisorientiertes Üben und Diskussion von Fallbeispielen auf dem Programm. Insgesamt fand diese erste vom Samariterbund veranstaltete Fachtagung in Sachen psychosozialer Betreuung allgemein großen Anklang und wird hoffentlich eine Fortsetzung finden.