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Wiederbelebung in Corona-Zeiten

Corona hat dazu geführt, dass bei Herzstillstand ein Rückgang der Hilfsbereitschaft beobachtet werden konnte. Aus Angst vor einer Virus-Infektion schrecken Zeugen eines Herzstillstands derzeit eher davor zurück, die lebensrettende Herzdruckmassage durchzuführen, melden Notfallmediziner aus ganz Europa.


Das „International Liaison Committee on Resuscitation“ (ILCOR) hat Maßnahmen für Laienhelfer präsentiert, mit denen sich das Ansteckungsrisiko minimieren lässt. Die Basis dafür sind die bekannten vier Schritte der Wiederbelebung:

  • Prüfen: Dabei soll ein Mensch mit Verdacht auf Herz-Kreislaufstillstand nicht – wie bisher – an den Schultern bewegt, sondern nur noch laut angesprochen werden. Die Atmung wird zudem nicht abgeklärt, indem der Helfer sein Ohr unmittelbar an Mund und Nase des Patienten hält. Er soll im Stehen prüfen, ob sich der Brustkorb des Patienten atemsynchron bewegt.

  • Rufen: Reagiert die Person auf Ansprache nicht und bewegt sich der Brustkorb nicht atmungs-typisch, muss sofort Hilfe angefordert werden (Notruf 144).

  • Drücken: Der Ersthelfer soll die Herzdruckmassage vornehmen, bis die Rettung eintrifft. Eine Gesichtsmaske bietet dabei einen gewissen Schutz; ebenso das Auflegen eines leichten Tuches über Mund und Nase des Patienten. Mund-zu-Mund-Beatmung wird derzeit nicht empfohlen.

  • Schocken: Befindet sich in der Nähe ein Defibrillator, sollte ein zweiter Helfer diesen holen. Mittels eindeutiger Sprachanweisungen führt der "Defi" durch die Anwendung und stellt fest, wann ein Elektroimpuls notwendig ist. Dazu müssen lediglich zwei Elektroden auf den entblößten Brustkorb des Patienten aufgeklebt werden. Falsch machen kann man dabei gar nichts – ein gesundes Herz ist durch einen „Defi“ nicht aus dem Takt zu bringen.