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„WohnenPlus RIGA“ in Hietzing eröffnet

In der Wiener Riedelgasse ist am Montag, den 5. Dezember 2011, eine neue Wohnungsloseneinrichtung des Samariterbundes eröffnet worden. Im Haus „WohnenPlus RIGA“ werden Männer und Frauen leben, die eigenständig wohnen können und nur geringen Betreuungsbedarf haben. „Viele dieser Menschen sind aufgrund von finanziellen Problemen von Wohnungslosigkeit betroffen; sie sind hoch verschuldet oder können sich trotz regelmäßigem Einkommen keine Wohnung leisten“, erklärte Dr. Siegfried Sellitsch, Präsident des Wiener Samariterbundes.


Gefördert wird die Einrichtung vom Fonds Soziales Wien aus Mitteln der Stadt Wien. FSW-Geschäftsführer Peter Hacker betonte die wichtige Stellung des neuen Hauses als Ergänzung zum bestehenden Angebot der Wohnungslosenhilfe: „Wir können mit ‚WohnenPlus RIGA‘ jenen Menschen Stabilität und Sicherheit geben, die aus vielerlei Gründen ihre Wohnung verloren haben. Es ist eine Art Auffangnetz, damit es gar nicht erst zur Wohnungslosigkeit kommt.“

 

Das Gebäude in der Riedelgasse gehört der Nathaniel Freiherr von Rothschild’schen Stiftung für Nervenkranke. SRin Mag.a Renate Christ, Leiterin der MA 40, war auch als Vertreterin der Stiftung anwesend: „Seit ihrer Gründung im Jahr 1900 hatte die Rothschild’schen Stiftung immer einen sozialen Hintergrund: Mit ‚WohnenPlus RIGA‘ findet nun auch das ehemalige Personalhaus des Neurologischen Krankenhauses der Stadt Wien eine neue, noch sozialere Nutzung.“

 

Bezirksvorsteher DI Heinz Gerstbach ergänzte: „Hietzing hat mehr zu bieten als Sehenswürdigkeiten und attraktive Wohngebiete: Soziales Engagement hat im dreizehnten Bezirk eine lange Tradition.“ Als Vertreter des Wiener Landtages erklärte LtAbg. Dr. Alois Mayer abschließend: „Die Projekte der Stadt Wien gegen die Wohnungslosigkeit haben Vorbildcharakter. Ein wissenschaftlicher Vergleich von sechs europäischen Städten hat klar ergeben, dass Wien im internationalen Vergleich eines der wirkungsvollsten Sozialsysteme hat.“

 

Im Haus „WohnenPlus RIGA“ steht für jede Person eine 20 Quadratmeter große Garçonnière mit Kochnische und Bad/WC zur Verfügung, für die ein Nutzungsentgelt von 282 Euro anfällt. Bewohnerinnen und Bewohner können dauerhaft im Haus leben. Betreut werden die Menschen von einem Team aus SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen und WohnbetreuerInnen. Die ersten 75 Plätze wurden bereits im November 2011 vergeben, weitere 150 Personen werden zwischen März und Mai 2012 einziehen. Die Vergabe der Wohnplätze erfolgt nach Antrag durch das Beratungszentrum Wohnungslosenhilfe des Fonds Soziales Wien.

 

Mit dem Haus „WohnenPlus RIGA“ betreibt der Samariterbund nun schon die vierte Einrichtung für ehemals wohnungslose Menschen in Wien. Erst im vergangenen Jahr war in der Pillergasse das Sozial betreute Wohnhaus „Max Winter“ eröffnet worden. Außerdem zeichnet der Wiener Samariterbund für das „Haus Sama“ und das „Haus R3“ verantwortlich.