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Engagement für mehr Zusammenhalt: „LESE- / ZEICHEN- / SETZEN - Wider die soziale Kälte“


"Die soziale Lage in Österreich wird kälter. Es wird viel gekürzt, Netzwerke werden zerschnitten. Mit der Lesung des heutigen Abends setzen wir gemeinsam mit den Autorinnen Alex Beer und Marlene Groihofer ein Lese.Zeichen für mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft", betonte Dr. Siegfried Sellitsch, Präsident des Samariterbund Wiens zu Beginn des Abends.

Und Geschäftsführer Oliver Löhlein ergänzte: "Wir erleben in der Arbeit des Samariterbundes wie sich soziale Verschärfungen individuell auswirken. Es ist nicht gerecht, dass die Mindestsicherung neu Familien mit mehreren Kindern benachteiligt, und dass es Kürzungen für Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen geben soll, obwohl wir in der Flüchtlingshilfe erleben, dass es nicht ansatzweise ausreichend Deutschkurse gibt."

Auch Markus Rumelhart, Bezirksvorsteher des 6. Bezirks in Wien begrüßte die Gäste: "Ich freue mich, dass der Samariterbund die Initiative ergriffen hat, den Leseabend im phil im 6. Bezirk zu veranstalten. Der Samariterbund ist in Wien in vielen sozialen Belangen ein wichtiger Partner und unterstützt ein gutes Miteinander in Wien."

ORF-Moderator Paul Kraker führte durch den gesamten Abend und leitete die verschiedenen Highlights des Abends ein: Neben den beiden Autorinnen Alex Beer und Marlene Groihofer, die aus ihren Büchern "Der zweite Reiter" und "Gelebt, Erlebt, Überlebt" lasen, sorgte auch die Musik von Sigrid Horn für große Begeisterung.

Die Leo-Perutz-Preisträgerin Alex Beer las ausgewählte Stellen aus ihrem Roman "Der zweite Reiter" lesen, worin sie das Leben und die Armut im Wien der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs beschrieb. Dabei wurde klar, dass zwischen Recht und Gerechtigkeit Welten liegen können - und wie sich Armut anfühlt. Die junge, mehrfach ausgezeichnete Journalistin Marlene Groihofer las aus ihrem gemeinsam mit Gertrude Pressburger herausgebrachten Buch "Gelebt, erlebt, überlebt". Die 90-jährigen Gertrude Pressburger, die als einzige ihrer Familie Auschwitz überlebt hat, erzählt darin ihr Leben.

Der Samariterbund Wien bedankt sich sehr herzlich bei Alex Beer, Marlene Groihofer, Sigrid Horn und Paul Kraker für die wertvolle Unterstützung des Abends.