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Samariterbund begleitet bis zum Ende


Samariterbund-Teams aus dem Pflege- und Betreuungsbereich haben in „Palliativ Care“-Workshops mehr Sicherheit im Umgang mit Sterbenden und deren Angehörigen erarbeitet.

„Die Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit“, sagt Hermine Freitag, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson (DGKP) und beim Samariterbund Wien als Leiterin für Betreuung tätig. „Der Samariterbund hat an einem einzigartigen Projekt teilgenommen: Mehr als 80% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Berufsgruppen in der mobilen Pflege und Betreuung sind im Bereich ‚Palliativ Care‘ geschult worden und haben auch Workshops für ‚Lebens- und Sterbebegleitung‘ besucht.“

Ziel der Workshops war es, Ängste abzubauen und mehr Sicherheit im Umgang mit Sterbenden und deren Angehörigen zu gewinnen.
Palliativmedizin, Palliativpflege, Sterbebegleitung und Hospizarbeit werden unter dem Begriff „Palliative Care“ zusammengefasst. Das garantiert hohe Lebensqualität und Selbstbestimmung bis zuletzt. Physische, psychosoziale und spirituelle Probleme werden professionell erfasst und angemessen behandelt.
Die mobile Pflege und Betreuung des Samariterbund Wiens hilft derzeit etwa 1.000 pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen in Wien.
„Durch alle Maßnahmen, die wir in den vergangenen drei Jahren mit großem Personalaufwand gesetzt haben, ist es uns gelungen, den MitarbeiterInnen das nötige Wissen zu vermitteln“, so Oliver Löhlein, Landesgeschäftsführer des Samariterbund Wiens. „Sie fühlen sich sicherer und kompetenter im Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen. Sie können besser einschätzen, wann sie ein mobiles Palliativteam beratend hinzuziehen. Sie erkennen die Notwendigkeit der vorausschauenden Planung und erkennen die Wichtigkeit, die Angehörigen zu begleiten.“

Lebens- und Sterbebegleitung

„Zahlreiche Umfragen belegen, dass der Großteil der österreichischen Bevölkerung zu Hause im vertrauten Umfeld sterben will“, berichtet Dorothea Iduemre, die beim Samariterbund Wien für die Qualitätssicherung im Pflegebereich zuständig ist. „Tatsächlich sterben aber ungefähr 70% in den Krankenhäusern und Pflegeheimen.“

Das Projekt „Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause (HPC Mobil)“ wurde von Hospiz Österreich 2015 gestartet, um das Pflege- und Betreuungspersonal im Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen zu unterstützen. Im vergangenen Herbst ist im Wiener Rathaus anlässlich der Gesundheitsförderungskonferenz der „Gesundheitspreis 2017“ an das Projekt „HPC-Mobil“ verliehen worden, das u. a. auch vom Samariterbund umgesetzt wird.

„Die Menschen sollen auf ihrem letzten Weg würdevolle medizinische Behandlungen, entsprechende Pflege sowie psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung erhalten“, so Hermine Freitag.


Die Website HPC Mobil ist online und erreichbar unter:
http://hpc-mobil.hospiz.at