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Samariterbund fordert soziale Gerechtigkeit in Österreich

„Jeder Mensch kann einen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten.“


„Soziale Gerechtigkeit ist eine der wichtigsten globalen Aufgaben und für das friedliche Zusammenleben der Nationen unverzichtbar“, sagen Reinhard Hundsmüller, Samariterbund-Bundesgeschäftsführer, und Samariterbund-Präsident Franz Schnabl (rechts im Bild) anlässlich des UNO-„Welttags der sozialen Gerechtigkeit“ am 20. Februar 2019. „Millionen Menschen auf der ganzen Welt müssen aus der Armutsfalle befreit werden. Wir brauchen eine faire Globalisierung, bei der alle Menschen die gleichen Chancen haben und nicht aufgrund von Armut, Alter, Ethnie, Religion, Kultur, Behinderung oder Geschlecht benachteiligt werden. Aber nicht nur auf globaler Ebene, sondern auch bei uns in Österreich muss für soziale Gerechtigkeit gesorgt werden“, so Hundsmüller.

Bildung ist ein bedeutendes Element sozialer Gerechtigkeit. Österreichische Statistiken beweisen einen starken Zusammenhang zwischen Schulbildung und Armut. „Leider ist der Bildungsgrad in Österreich erblich: Wenn Eltern schlecht ausgebildet sind, dann machen oft auch deren Kinder keinen Schul- oder Lehrabschluss“, erklärt Hundsmüller. „Das ist vor allem deswegen bedenklich, weil jeder abgeschlossene Ausbildungsschritt wie eine Versicherung gegen Armut ist. Ein Schulsystem mit Chancengleichheit gehört zu den besten Maßnahmen gegen Armut“, fährt Hundsmüller fort. Der Samariterbund-Bundesgeschäftsführer setzt sich auf politischer Ebene dafür ein, dass Familien in prekären Lebenssituationen unterstützt werden: „in Österreich sind mehr als 200.000 Kinder und Jugendliche armutsgefährdet und leiden unter desolaten Wohnverhältnissen und schlechter Ernährung.“

Der Samariterbund sorgt in Österreich mit vielen verschiedenen bundesweiten und regionalen Einrichtungen für soziale Gerechtigkeit. Stellvertretend dafür seien hier drei erfolgreiche Initiativen genannt:

• LernLEO für Kinder und Jugendliche: Viele Familien können sich private Nachhilfestunden nicht leisten. Deshalb bietet der Samariterbund in Wien eine kostenlose Hausaufgaben- und Lernunterstützung für Sechs- bis 14-Jährige. Im LernLEO sorgen professionell ausgebildete PädagogInnen und ehrenamtliche MitarbeiterInnen dafür, dass Kinder ihre Schullaufbahn erfolgreich absolvieren können. Geboten werden einfühlsame Unterstützung bei den Hausaufgaben und Vorbereitungen auf Schularbeiten, kindgerechte Workshops und Beratung für die Eltern. Die nötigen finanziellen Mittel werden von SpenderInnen und SponsorInnen zur Verfügung gestellt.

• Sozialmärkte für Menschen mit wenig Geld: Die Sozialmärkte des Samariterbundes sind in Wien für rund 15.000 armutsgefährdete Menschen eine Möglichkeit, günstig einzukaufen. Der Samariterbund betreibt drei Filialen, noch heuer soll eine vierte eröffnet werden. Das Warenangebot reicht von Brot, Milchprodukten, Teigwaren, Obst und Gemüse bis hin zu Hygieneartikeln. Die Waren werden zu symbolischen Preisen günstig weitergegeben. In der „Kommunikations-Ecke“ können die KundInnen Kaffee trinken und Erfahrungen austauschen. Außerdem gibt es in regelmäßigen Abständen aktuelle Beratungen zu Themen aus dem Bereich „Soziales und Gesundheit“.

• Samariterbund-Wohlfahrtsstiftung "Fürs Leben": Kinder unter der Armutsgrenze werden in Österreich doppelt so oft krank wie Kinder aus der Mittelschicht. Und es ist leider eine statistische Tatsache: Die armen Kinder von heute sind die chronisch Kranken von morgen. Da öffentliche Leistungsträger aber nicht alle medizinisch nötigen Maßnahmen abdecken, hat der Samariterbund im Jahr 2006 die Wohlfahrtsstiftung „Fürs Leben“ gegründet. Damit können all jene erreicht werden, denen sonst niemand hilft und die durch das soziale Netz fallen würden. Begünstigte der Stiftung sind Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, die medizinische Therapien dringend benötigen.

„Weltweit geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Das sorgt für Armut, Hunger, Krieg und Flüchtlingsströme. Wir brauchen deutlich mehr Solidarität und Mitgefühl mit den Ärmsten. Jeder Mensch kann einen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten“, so Samariterbund-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller abschließend.