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SchülerInnen setzen sich für junge Flüchtlinge ein

Viel mehr als Rechnen und Schreiben bringt die Lehrerin Christine Eichelter ihren SchülerInnen bei. Die Teilnahme an sozialen Aktionen ist fester Bestandteil ihres Unterrichts.


"Für mich hat natürlich das Erlernen der Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen einen hohen Stellenwert", sagt Christine Eichelter, Lehrerin an der Julius Meinl Schule in Wien Ottakring: "Über allem steht für mich aber die Förderung der sozialen Kompetenz, das Übernehmen von Verantwortung für sich und andere. Das reicht vom Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse bis hin zur Wahrnehmung fremder Bedürfnisse", erklärt die engagierte Lehrerin. "Die Teilnahme an sozialen Aktionen ist jedes Jahr Bestandteil des Unterrichts. Auf diese Weise können die Aufgeschlossenheit der SchülerInnen gegenüber anderen Menschen und ihr Einfühlungsvermögen gefördert werden", sagt Eichelter.

Im Rahmen des SchülerInnenparlaments, dem Sprachrohr der SchülerInnen Wiens, hatten die Kinder der dritten Klasse Volksschule Julius Meinl in Wien Ottakring entschieden, geflüchtete Kinder und Jugendliche zu unterstützen.

Im September 2018 sammelten, ordneten und verpackten 25 Schulkinder gut erhaltene und neu gekaufte Handtücher und Bettwäsche sowie ausrangiertes Küchengeschirr und marschierten gemeinsam mit ihrer Lehrerin Christine Eichelter zum Haus Liebhartstal, einer Einrichtung des Samariterbund Wiens für junge Flüchtlinge.

Christine Okresek, Leiterin der UMF-Einrichtung Liebhartstal und die jungen Flüchtlinge freuten sich über die Unterstützung und das Engagement der Kinder. "Da kam die ganze Schulklasse, jedes Kind hatte eine IKEA-Tasche mit Bettwäsche, Handtüchern und vielem mehr", erzählt Okresek, die die interessierten SchülerInnen auch durch das Haus führte. "Es war beeindruckend und schön zu sehen, dass es die Kinder interessiert und dass es sie beschäftigt, wie es geflüchteten Jugendlichen geht. Ich halte es für wichtig, Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu ermöglichen. Im hektischen Arbeitsalltag ist oft zu wenig Zeit, hinauszugehen und mit Personen und Institutionen in unserer Nachbarschaft zu kommunizieren, die sich für unsere Arbeit interessieren. Deshalb freut es mich umso mehr, wenn ich im Rahmen des SchülerInnenparlaments von Schulklassen eingeladen werde und Kindern einen Einblick in das Leben in unsere Flüchtlingseinrichtung geben darf. Dann gibt es eine Brücke zwischen der Schule und unserem Haus", sagt Okresek.