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„Wir bauen eine Sound Machine!“

Junge Flüchtlinge aus der Samariterbund-Einrichtung Siemensstraße in Wien und Lehrlingen von Jugend am Werk bauen gemeinsam eine „Sound Machine“.


Es ist eine Konstruktion aus mehreren Fahrrädern, einem alten Autorahmen und anderen Metallteilen. Lehrlinge von Jugend am Werk und Flüchtlinge der Samariterbund-Einrichtung Siemensstraße arbeiten seit Wochen gemeinsam an der Maschine. "Das ist ein gutes Projekt und ich mag außerdem Musik", sagt Masoud (18). Sein Freund Jamil (19) fügt hinzu, dass er die gemeinsame Arbeit sehr schätzt - und Österreich. Zuhause in Afghanistan hat er bereits Erfahrung als Automechaniker gesammelt.

Die Zusammenarbeit mit den Lehrlingen der Werkstätte ist gut. Auch von ihnen haben einige Migrationshintergrund. "Ich finde es super, dass die Flüchtlinge mit uns gemeinsam arbeiten", berichtet Erwin (17). Er spricht Deutsch, Türkisch und Kurdisch und kann deshalb viel von der arabischen Sprache verstehen. Einige der Burschen übersetzen regelmäßig für ihre Kollegen. "Oder wir improvisieren mit Körpersprache", sagt Andrija (19), der in Serbien geboren ist.

Dietmar Flosdorf ist Lehrender an der Musikuniversität Wien und hat das von Kulturkontakt Austria finanzierte Projekt initiiert: "Es geht hier um Begegnung zwischen Menschen und den Zugang zum eigenen künstlerischen Tun. Wenn die Sound Machine fertig ist, werden wir gemeinsam mit renommierten Künstlern wie den Wiener Symphonikern musizieren. Ein Orchester ist schließlich auch eine Klangmaschine." Demnächst werden die jungen Lehrlinge ihre Kollegen in der Samariterbund-Einrichtung Siemensstraße besuchen. Dort ist auch der Bestimmungsort der Sound Machine, die dort im Herbst mit einem Fest eingeweiht werden soll.

In den kommenden Wochen wird aber noch fleißig am Projekt gearbeitet. "Die Kommunikation ist sehr gut. Die Jugendlichen schlagen manchmal extra im Duden nach, wie ein Werkzeug auf Englisch heißt, um es zu erklären, freut sich Claudia Schwarz von Jugend am Werk über die gelungene Zusammenarbeit: Die gemeinsame Arbeit bewegt etwas für alle: Die Jugendlichen sind Freunde geworden.