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Wohnungslosen Menschen entgegen kommen, mit Balance und Feingefühl

Nach ziemlich genau eineinhalb Jahren war es an der Zeit: Das Team des Nächtigerquartiers R2 hat sich einen Tag Zeit genommen, um gemeinsam die bisherige Arbeit zu analysieren.


Dies in einem Kanu zu tun, hat einen tieferen Sinn. „Nur gemeinsam leisten wir gute Arbeit“, erklärt Dr. Edmund Rinnerbauer, Leiter von R2. „Wir sitzen also alle in einem Boot“.

 

Eine weitere Herausforderung der täglichen Arbeit sieht Rinnerbauer in der Balance der unterschiedlichen Bedürfnisse der Nächtiger. „Wir haben eine klare Hausordnung, und diese exekutieren wir auch“, so der Philosoph und Pädagoge, „aber natürlich wollen wir auch allen Nächtigern einen Platz mit möglichst wenig Vorschriften bieten.“ Hier das nötige Augenmaß nicht zu verlieren, bedarf Diskussionen und der ständigen Auseinandersetzung mit der täglichen Arbeit. In einem Kanu sind Teamwork und Balance unmittelbar überprüfbar.

 

Der Samariterbund Wien betreut seit Juli 2005 akut obdachlose Männer in den beiden Nächtigerquartieren Otto und R2. 2006 gab es insgesamt 36.201 Übernachtungen. In R2 haben 2007 bis Ende Mai 6.275 Übernachtungen stattgefunden.