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Internationaler Tag gegen Armut: Samariterbund fordert soziale Gerechtigkeit

ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller: „Millionen Menschen auf der ganzen Welt müssen aus der Armutsfalle befreit werden."

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Armut am 17. Oktober 2019 fordert ASBÖ-Bundesgeschäftsführer KO LAbg. Reinhard Hundsmüller dringend Maßnahmen zu mehr sozialer Gerechtigkeit, sowohl global als auch in Österreich. "Soziale Gerechtigkeit ist für ein friedliches Zusammenleben der Nationen unverzichtbar“, sagt Reinhard Hundsmüller. "Millionen Menschen auf der ganzen Welt müssen aus der Armutsfalle befreit werden. Wir brauchen eine faire Globalisierung, bei der alle Menschen die gleichen Chancen haben und nicht aufgrund von Armut, Alter, Ethnie, Religion, Kultur oder Geschlecht benachteiligt werden", so Hundsmüller.

Hundsmüller fordert mehr Mittel für Hilfe vor Ort  

"Die Flüchtlingsbewegungen machen deutlich, welche Folgen es hat, wenn Hilfe in den Herkunftsländern ausbleibt. Derzeit befinden sich mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor kriegerischen Konflikten, Terror und menschenunwürdigen Lebensbedingungen. Der Großteil von ihnen sucht Zuflucht als Binnenflüchtling im eigenen Land oder in den Nachbarländern", so Hundsmüller. Derzeit gibt Österreich nur einen sehr geringen Anteil – nämlich 0,26 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) aus, das Ziel liegt jedoch bei 0,7 Prozent. Hundsmüller fordert die Umsetzung der geplanten Erhöhung des EZA-Budgets in einem Stufenplan. "Jetzt ist es wichtig, die Menschen vor Ort zu unterstützen. Dies kann nicht alleinige Aufgabe der NGOs sein", so Hundsmüller.  

Samariterbund unterstützt in vielen Krisenregionen

Der Samariterbund arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich mit lokalen Partnerorganisationen in vielen Krisenregionen der Welt. Ein Projekt unterstützt etwa syrische Flüchtlinge, die im Nordirak Zuflucht gefunden haben. Ein anderes Hilfsprogramm unterstützte rund 1700 palästinensische Flüchtlinge aus Syrien, die in Nahr al-Bared, einem der größten Flüchtlingslager im Libanon nördlich von Tripoli, versorgt wurden. Auch in anderen Katastrophengebieten der Welt hilft der Samariterbund den Menschen beim Wiederaufbau ihres Landes. "Aber nicht nur auf globaler Ebene, sondern auch bei uns in Österreich muss für soziale Gerechtigkeit gesorgt werden", so Hundsmüller.

Über 1,5 Mio ÖsterreicherInnen von Armut betroffen  

Die 1,512.000 armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Personen machen laut Statistik Austria 17,5 Prozent der Bevölkerung aus. In Österreich leben auch 372.000 Kinder und Jugendliche in ausgrenzungsgefährdeten Haushalten. 14 Prozent der unter 20-Jährigen sparen bei der Ernährung. Fünf Prozent leben in Wohnungen, die aus Kostengründen nicht ausreichend beheizt werden können, und 31 Prozent der jungen Menschen leben in einer überbelegten Wohnung. Ein wichtiges Element sozialer Gerechtigkeit ist Bildung. So beweisen österreichische Statistiken einen starken Zusammenhang zwischen Schulbildung und Armut „Leider ist der Bildungsgrad in Österreich erblich: Wenn Eltern schlecht ausgebildet sind, dann machen oft auch deren Kinder keinen Schul- oder Lehrabschluss“, erklärt Hundsmüller. „Das ist vor allem deswegen bedenklich, weil jeder abgeschlossene Ausbildungsschritt wie eine Versicherung gegen Armut ist. Ein Schulsystem mit Chancengleichheit gehört zu den besten Maßnahmen gegen Armut“, so Hundsmüller. Der Samariterbund sorgt in Österreich mit vielen verschiedenen bundesweiten und regionalen Einrichtungen für soziale Gerechtigkeit, wie zum Beispiel mit der Stiftung "Fürs Leben".

Samariterbund-Wohlfahrtsstiftung "Fürs Leben"  

"Entgegen dem Bild vom ‚Sozialschmarotzer‘, das häufig transportiert wird, schämen sich arme Menschen oft, Sozialleistungen, die ihnen zustehen, in Anspruch zu nehmen", erklärt Hundsmüller. Leidtragende sind dabei vor allem die Kinder. Deshalb gründete der Samariterbund die Wohlfahrtsstiftung „Fürs Leben“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, armen Kindern im Falle einer Krankheit zu helfen, wenn öffentliche wie auch private Leistungsträger keine finanzielle Hilfe mehr leisten. Die notwendigen Mittel für diese Stiftung kommen von Spenden, Wohltätigkeitsveranstaltungen und Sponsoren.

"Weltweit geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Das sorgt für Armut, Hunger, Krieg und Flüchtlingsströme. Wir brauchen deutlich mehr Solidarität und Mitgefühl mit den Ärmsten. Jeder Mensch kann einen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten", so Samariterbund-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller abschließend.

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