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Armut muss stärker bekämpft werden

„Österreich ist ein kleines Land, aber wir haben eine große Verantwortung in der internationalen Staatengemeinschaft und müssen sowohl im Inland als auch auf der ganzen Welt deutlich mehr Engagement im Kampf gegen die Armut zeigen", erklärte Samariterbund-Präsident Franz Schnabl anlässlich des Internationalen Tages der Armut.

Mit dem „Welttag zur Überwindung der Armut“ soll ein globales Bewusstsein für den Kampf gegen Elend und Ausgrenzung, Verwahrlosung und Entwürdigung geschaffen werden. Armut bedeutet oft ein Leben, das die Vorstellungskraft von privilegierten Menschen in reichen Ländern oder Gesellschaftsschichten übersteigt. Niemand sollte wegen Armut, Alter, Ethnie, Religion, Kultur oder Geschlecht benachteiligt werden. Möglichst ausgewogene soziale Verhältnisse sind für ein friedliches Zusammenleben der Nationen unverzichtbar.

Der Samariterbund agiert weltweit

„In vielen Ländern der Welt fehlt es an Nahrungsmitteln, an einer funktionierenden Infrastruktur mit medizinischer Versorgung und vor allem an Bildungseinrichtungen. Die Covid-Pandemie hat die Situation vielfach noch verschärft, und auch die globalen Flüchtlingsbewegungen sorgen für dramatische Entwicklungen. Österreich stellt im Vergleich zu anderen reichen Ländern viel zu wenige Mittel für die internationale Entwicklungszusammenarbeit (EZA) zur Verfügung, doch gerade jetzt ist es wichtig, die Menschen vor Ort zu unterstützen“, so Schnabl. Der Samariterbund arbeitet schon lange sehr erfolgreich mit Partnerorganisationen in vielen Krisenregionen der Welt zusammen, um nachhaltig zu helfen. „Doch so ein humanitäres Engagement kann nicht die alleinige Aufgabe von NGOs sein, hier muss die Politik in die Pflicht genommen werden", sagte Schnabl. 

Auch in Österreich ist Armut ein Thema

Laut Statistik Austria sind in Österreich mehr als 1,5 Millionen Menschen von Armut betroffen. Das sind 17,5 Prozent der Bevölkerung. 370.000 Kinder und Jugendliche leben in mangelhaften Haushalten. 14 Prozent der unter 20-Jährigen sparen bei der Ernährung. Fünf Prozent leben in Wohnungen, die aus finanziellen Gründen nicht ausreichend beheizt werden können, und 31 Prozent der jungen Menschen leben in einer überbelegten Wohnung.

„Auch in Österreich muss für soziale Gerechtigkeit gesorgt werden. Schlecht geheizte Wohnungen und mangelhafte Ernährung machen Erwachsene und Kinder krank. Oft scheuen Eltern aus Angst vor möglichen Extrakosten den Besuch beim Arzt, weil nicht alles von den öffentlichen Leistungsträgern gedeckt wird. Wenn keiner mehr hilft, tritt die Samariterbund-Stiftung ‚Fürs Leben‘ in Aktion und zeigt, dass die Kinder nicht allein in ihrer Not sind“, sagte Schnabl.

Ein wichtiges Element von sozialer Gerechtigkeit ist die Bildung. Auch österreichische Statistiken dokumentieren den starken Zusammenhang von Schulbildung und Armut. Sind Eltern schlecht ausgebildet, machen oft auch deren Kinder keinen Schul- oder Lehrabschluss. Doch gerade die Ausbildung ist eine starke Maßnahme gegen Armut.

„Jeder Mensch kann einen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten. Wir brauchen mehr Solidarität und Mitgefühl mit den Ärmsten – und Geld“,  so Schnabl abschließend.

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