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„Enzian 09“ – Eine echte „Wiener“ Nacht-Einsatzübung der besonderen Art

Am 07. Februar 2009, um 17.00 Uhr ging ein Notruf bei der Telefonnummer 140 (Notrufnummer der Österreichischen Bergrettung) ein, wo es hieß dass vier Jugendliche seit den Morgenstunden abgängig sein und im Bereich Hohe Wand Wiese das letzte mal gesichtet wurden. Nach einer mehrstündigen, vergeblichen Suche wurde dann von der Bergrettung die Einsatzzentrale des Samariterbundes Wien alarmiert und um Unterstützung durch Rettungshunde angesucht.


Die Leitstelle alarmierte bzw. informierte laut Landeseinsatzplan Wien alle notwendigen Stellen und Personen, wie das Landesrettungskommando Wien, den Hauptinspektionsoffizier (HIO), der an diesem Tag von unserem Wiener ASB Landesrettungskommandanten Alexander Prischl persönlich wahrgenommen wurde, und natürlich die angeforderte Hundestaffel.

 

Das Samariterbund Landesrettungskommando Wien unter der Leitung von Stefan Grasl organisierte laut Auftrag des HIOs nachstehende Samariterbund Hilfseinheiten: ein Mobiles Sanitätsteam, bestehend aus einem Kommandofahrzeug und fünf Rettungsautos, eine Samariterbund Verpflegsgruppe für die Versorgung der Teilnehmer sowie eine Technikgruppe für das Beleuchten der Einsatzstelle, ein Search & Rescue Team mit Rettungshunden und das Samariterbund Doku-Team-Wien, für die Dokumentation des Einsatzes.

 

Fast gleichzeitig trafen dann um 19.00 Uhr beim Schilift der Hohen Wand Wiese das Samariterbund Rapid Response Team (RRT) mit Fachleuten in punkto Suchen und Retten, der HIO des ASB Wien und die Polizei ein. Es wurde sofort die Lage erkundet, die notwendigen Absprachen zwischen den anwesenden Einsatzleitern durchgeführt, der Einsatzbereich in zwei Einsatzabschnitte eingeteilt (Berg und Tal) und gemeinsam koordiniert und vor allem kommuniziert und integriert geführt.

 

In der Summe waren 20 Bergretter und 40 SamariterInnen aus den Wiener Bezirksgruppen mit zwei Samariterbund-Rettungshundestaffeln aus Favoriten und Simmering im Einsatz. In enger Zusammenarbeit konnten dann nach und nach vermissten Jugendlichen mit verschiedenen Verletzungsmustern gefunden werden. Erschwerte Bedingungen wie Schnee, Dunkelheit und Temperaturen um den Gefrierpunkt machten die Rettung und sanitätsdienstliche Versorgung der Verletzten erst so richtig interessant und es zeigte sich im Detail, worauf es bei einem gemeinsamen Einsatz ankommt. Die Wiener Polizei unterstütze bei der Verkehrsregelung und führte laufend den Abgleich der Patientendaten durch. Die Feuerwehrjugend Wien stellte Personen für die Übungsleitung ab und half beim Auslegen der Verletzten.

 

Der Einsatz der Rettungsteams war für alle Organisationen eine neue Erfahrung, zeigte sich doch, wie wichtig es ist die Arbeitsweisen der Spezialeinheiten aufeinander abzustimmen. Der Übungszweck, die Überprüfung der Einsatzbereitschaft und Ausrüstung des Personals und des Einsatzmaterials des Samariterbund Landesverbandes Wiens sowie die koordinierte Zusammenarbeit konnte vollständig erreicht werden, berichten die beiden Übungsleiter Wolfgang Zimmermann, Bundesrettungskommandant des Arbeiter Samariter Bund Österreichs und Heinz Treyer von der Österreichischen Bergrettung Landesgruppe Wien.

 

Speziell für unsere Wiener SamariterInnen war das Übungsgebiet (eine Schipiste und ein umliegendes Waldgebiet) und das Suchen und Retten in der Nacht, die Erstversorgung und der Abtransport von vier Verletzten vom Berg in das Tal eine neue Erfahrung und eine große Herausforderung, so Einsatzleiter der Samariter, ASB Landesrettungskommandant Alexander Prischl. Die Motivation der Übungsteilnehmer aller Organisationen war ausgezeichnet, es wurde sehr gut zusammengearbeitet.

 

Fotos und Impressionen von der Übung findet man auch auf www.samariter-favoriten.at/index.php