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Freitag, 10. November 2006 12:13

Nicht nur, wenns draußen stürmt und schneit…

Wenn die Temperaturen sich in Richtung Gefrierpunkt bewegen, wird das Schicksal jener Menschen wieder sichtbarer, die „auf der Straße“ leben. Pünktlich zum Beginn des Winters wird dieser Teil der Gesellschaft von der Öffentlichkeit "wiederentdeckt".


Im Gegensatz dazu stehen die Notschlafstellen des Samariterbundes Wien 365 Tage im Jahr offen, und bieten Platz, ein offenes Ohr und Rückzugsmöglichkeit. Bis Ende Oktober wurde mehr als 30.000 Mal unter dem Dach des Samariterbundes von akut wohnungslosen Männern genächtigt. Mit den fallenden Temperaturen erhöht sich der Stress auf der Straße: Die Anzahl der Plätze, an denen obdachlose Menschen „geduldet“ werden, sind im Abnehmen, immer öfter werden so genannte Sicherheits- oder Geschäftsinteressen in den Vordergrund gestellt, für Solidarität ist dann wenig Platz.

 

Damit erhöht sich automatisch die Frequenz Betroffener an jenen Plätzen, wo Schutz vor Witterung und Aufenthalt noch möglich sind. Schließlich sind dort Betroffene leichter identifizierbar, sie werden als Betroffene durch bloße Anwesenheit geoutet. In Gruppen zusammenstehend werden sie sehr schnell wieder als „Bedrohung“ erlebt – ein fataler Kreislauf. Mögliche Gegenstrategie: Unauffällig ein neues Plätzchen suchen, immer unterwegs, immer in Bewegung bleiben.

 

Die Teams des Samariterbundes Wien bieten hier die Sicherheit eines verlässlichen Schlafplatzes und versuchen so, das Leben der Betroffenen zu erleichtern – nicht nur in der kalten Jahreszeit.