Inhalt
< vorheriger Artikel

Samariterbund leitet Betreuungseinrichtung Messe Wien

Die Betreuungseinrichtung Messe Wien ist eröffnet. 2.200 Betten für an Corona erkrankte PatientInnen sowie Sanitäreinrichtungen und Aufenthaltsbereiche stehen zur Verfügung. Bei Bedarf kann auf 3.100 Betten aufgestockt werden. Derzeit befinden sich noch keine PatientInnen in der Einrichtung.


"Ich freue mich, dass wir mit dem Betreuungszentrum Messe Wien rechtzeitig alle Maßnahmen gesetzt haben, um die Gesundheit der Wienerinnen und Wiener bestmöglich schützen und einen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten zu können", sagt Dr. Susanne Drapalik, Chefärztin des Samariterbund Wiens und Leiterin der Betriebsführung im Auftrag der Stadt Wien für alle COVID-19 Betreuungseinrichtungen in Wien. "Gerade in Krisenzeiten ist es von großer Bedeutung, für alle Eventualitäten rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen, um im Ernstfall optimal vorbereitet zu sein", ergänzt Ing. Alexander Prischl, Landesrettungskommandant des Samariterbund Wiens und stellvertretender Leiter.

Für den laufenden Betrieb der Betreuungseinrichtung hat die Stadt Wien eine Betreibergesellschaft gegründet, die vom Samariterbund Wien geleitet wird. Die Zusammenarbeit erfolgt mit der Wiener Rettung, den Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., den Malteser Austria, dem Roten Kreuz, sowie dem Ärztefunkdienst.​

Menschen, die aufgrund der Virus-Erkrankung ihren Alltag nicht alleine bewältigen können, finden in der Covid-19-Einrichtung medizinische Unterstützung, Pflege und Betreuung und durch ÄrztInnen, Diplomiertes Kranken- und Pflegepersonal, SanitäterInnen, HeimhelferInnen und HeferInnen. Für die PatientInnen ist ein 24-Stunden-Betrieb vorgesehen mit zwei bis drei Schichtwechsel für das Personal.

Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war es möglich, in einer sehr kurzen Zeit von rund 2 Wochen diese einzigartige Notunterkunft aufzuziehen. Eine Station besteht aus 110 Betten mit Sanitäreinrichtungen, Waschmaschinen für die Privatkleidung der PatientInnen und Aufenthaltsbereiche mit Stühlen, Sesseln und Fernsehgerät. Drei Hallen bieten Platz für 880 Betten und sind in sieben bis acht Stationen unterteilt. Eine weitere kleinere Halle verfügt über 450 Betten mit stationärer Sauerstoffversorgung. Für die optimale Versorgung mussten etwa Strom- und Wasserleitungen verlegt, ein leistungsstarkes WLAN-Netzwerk installiert und bei jedem Bett eine Steckdose zur Ladung der persönlichen Geräte eingerichtet werden. Um etwas Privatsphäre zu bieten, wurden Messewände aufgezogen, um jeweils zwei Betten in einer Koje unterbringen zu können.

Die Ausstattung der Betreuungseinrichtung Messe Wien bietet Spitalseinrichtung, jedoch keine Ausstattung einer Intensivstation, sodass die Aufnahme von PatientInnen in kritischem Gesundheitszustand nicht vorgesehen ist. Sollte es zu einer möglichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes eines Patienten kommen, so ist jedoch Notfallversorgung und Notfallmedizin gewährleistet, bevor die PatientInnen in ein Spital überstellt werden.

Während die Fallzahlen positiv getesteter Corona-PatientInnen in einigen Ländern rapide steigen, wächst die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in Österreich nur noch langsam. Die Hoffnung, das Ärgste der Corona-Krise ohne Kollaps des österreichischen Gesundheitssystems überstanden zu haben, wächst. Doch die Auswirkungen des schrittweisen Hochfahrens des öffentlichen Lebens müssen genau beobachtet und bewertet werden. Das Risiko einer zweiten Erkrankungswelle ist nicht ausgeschlossen.

Die Öffnung des Betreuungszentrums habe nichts mit Kapazitätsengpässen in den Krankenhäusern zu tun, so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. Vielmehr sei jetzt ein guter Zeitpunkt, mit der Besiedelung zu beginnen, damit sich ohne Druck die Abläufe einspielen und diese getestet werden können, um gerüstet zu sein, falls die Plätze doch noch akut benötigt werden sollten.

Fotocredit: PID/C.Jobst und PID/Markus Wache