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„Die wenigsten hatten einen leichten Start.“

Sabrina ist Soziologin und seit Anfang 2019 Wohnbetreuerin im Haus Max Winter. Und gemeinsam mit einer Sozialarbeiterin ist sie dort auch Frauenbeauftragte. „Diese Funktion habe ich von meiner Vorgängerin geerbt,“ erzählt sie uns, lacht und ergänzt „Was total super ist, weil ich Frauenthemen besonders wichtig finde.“ Deshalb ist sie auch im Wiener Frauen*arbeitskreis der BAWO (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe) aktiv. 

Im Haus Max Winter gibt es drei Stockwerke, die nur für Frauen und nur mit einer Chipkarte zugänglich sind. Männer dürfen dort nur hinein, wenn sie auf Besuch sind und mit einer der Bewohnerinnen gemeinsam kommen. Das Haus ist sehr hell und die Frauenstockwerke sind gesäumt von zahlreichen Pflanzen in den Gängen. Viele der Türen stehen offen, damit die vielen Katzen, die hier wohnen, je nach Lust und Laune auch mal zu Besuch in andere Zimmer können. Und die Solidarität unter den Frauen ist groß. 

Es sind Dauerwohnplätze, die hier wohnungslosen Menschen zur Verfügung stehen. Hier können sie bleiben. „Da wohn ich jetzt, bis ich sterbe“ hat uns eine Bewohnerin in einem Gespräch gesagt. Der Altersdurchschnitt der Bewohner*innen liegt bei Mitte 50. Viele sind älter, manche sind seit der Eröffnung da, die derzeit jüngste Bewohnerin ist Anfang 30. Ein Drittel der Bewohner*innen sind Frauen. 

„Man schaut aufeinander“ 

Als Wohnbetreuerin unterstützt Sabrina die Sozialarbeit, begleitet Bewohner*innen, leistet viel Beziehungsarbeit, ist Sprachrohr, kümmert sich bei medizinischen Themen und hat stets ein offenes Ohr. Und dennoch erfahren die Mitarbeiter*innen nicht alles, was im Haus vor sich geht. Denn in vielen Fällen helfen sich die Bewohner*innen untereinander. Wenn eine Frau von ihrem Partner oder einem Fremden psychisch oder physisch verletzt wird, sind es meist die Nachbarinnen die zuerst davon erfahren. Sie hören einander zu, sind füreinander da, spenden sich Trost. Erst wenn sie nicht mehr weiterwissen oder darüber hinaus Hilfe benötigen, wenden sie sich an unsere Mitarbeiter*innen.  

Bitte hilf uns dabei, obdach- und wohnungslose Frauen zu unterstützen. Vielen Dank!

Ich will online spenden

Toxische Beziehungen, psychische und physische Gewalt haben fast alle von ihnen erlebt. In ihrer Kindheit oder in späteren Beziehungen. „So was prägt. Viele von ihnen verlassen einen gewalttätigen Partner und landen dann gleich beim nächsten“ erzählt uns Sabrina. “Oder sie kehren wieder zu ihrem Ex zurück.“ Diesen Teufelskreis zu durchbrechen ist sehr schwer. Dieses Muster als Außenstehende*r mitanzusehen ist belastend. „Man muss vieles aushalten. Es spielen sich Sachen ab und du kannst nichts machen. Außer reden, Hilfe anbieten, die Frauen stärken. Doch den entscheidenden Schritt müssen sie selbst gehen.“ 

Bei all ihrer Unterschiedlichkeit gleichen sich Frauen oftmals in ihren Gewalterfahrungen und spiegeln damit die strukturelle Ungleichheit der Geschlechter in unserer Gesellschaft wider. Als Frau hat man schon früh gelernt, sich um andere zu kümmern. Selbst nach Gewalterfahrungen suchen Frauen oft die Schuld bei sich und wollen den oftmals männlichen Tätern nicht schaden. Sie stellen sich dann die Frage „Was passiert mit ihm, wenn ich zur Polizei gehe?” „Aber auch hier darf es keine Täter-Opfer Umkehr geben. Nur weil der Partner vielleicht ebenfalls von Wohnungslosigkeit betroffen ist und dadurch seinen Wohnplatz verliert”, sagt Sabrina. 

Für das Team gab es bereits Beratung vom Frauennotruf und Fortbildungen zu diesem Thema von FEM sind geplant. Denn „wie man in so einer Situation am besten helfen kann, ist für uns Mitarbeiter*innen besonders wichtig“ sagt Sabrina in unserem Gespräch. Die Bewohnerinnen sind nach solchen Vorfällen natürlich traumatisiert, können oft nicht darüber sprechen.“ 

Einmal pro Woche haben sie die Möglichkeit, mit einer Psychologin von FEM zu sprechen, wenn diese für 2 Stunden ins Haus kommen. Und sie sind sehr gut vernetzt, haben gewählte Hausvertrauenspersonen. Von insgesamt drei, sind es momentan zwei Frauen, die dieser Aufgabe nachkommen. 

Vor Corona gab es alle zwei Wochen ein Frauenfrühstück in der Cafeteria. Seit Beginn der Pandemie findet es, wenn gerade möglich, einmal pro Monat statt. Da gehen die Frauen gemeinsam einkaufen, richten das Frühstück her und frühstücken zusammen. Früher hat das Frauenfrühstück in einem Frauenstockwerk stattgefunden. Um die Sichtbarkeit der Frauen zu erhöhen, findet es mittlerweile in der Cafeteria statt. Ein Raum, der normalerweise klar von den männlichen Bewohnern, die ja auch in der Überzahl sind, dominiert wird. 

Corona hat auch hier vieles verändert 

Die zunehmende Isolation macht vor allem den Frauen zu schaffen. Denn seit Corona können keine Gruppenaktivitäten oder frauenspezifischen Angebote mehr stattfinden. Viele Bewohner*innen haben Vorerkrankungen. Und viele von ihnen haben natürlich Angst davor, sich mit dem Virus zu infizieren. 

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