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Neustart für 400 Landwirte in Serbien

Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs setzt gemeinsam mit IDC Serbien mit einem weiteren Hilfsprojekt zum Wiederaufbau der Landwirtschaft in Serbien nach der verheerenden Flut nach.


Im Mai 2014 stand Dejan V. stand vor den Trümmern seiner Existenz. Der Landwirt und seine Eltern hatten durch das verheerende Hochwasser alles verloren. Ein Teil des Ackerlandes wurde weggespült oder durch Kies und Sand unbrauchbar gemacht. Etwa ein Jahr später lacht Dejan V. über das ganze Gesicht: „Es ist unglaublich, alles ist grün. So gut ist es mir schon lange nicht gegangen.“ Die Arbeit des Samariterbundes hat sein Leben zum Positiven gewendet. Ackerland wurde revitalisiert, auf den Feldern wächst wieder Mais.  Gemeinsam mit vielen freiwilligen Helfern des Samariter-Partners IDC Serbien konnten Familien mit Nothilfepaketen unterstützt werden, gut über den Winter zu kommen. „Gemeinsam konnten wir das Leben von insgesamt 300 Landwirten verbessern und die Initiative wurde außerdem vom  internationalen Samariter-Dachverband SAM.I mit einem Preis ausgezeichnet.“, freut sich Miodrag Nedeljkovic, Geschäftsführer von IDC.

„Der Erfolg unseres Projektes zum Wiederaufbau der Landwirtschaft ist vorbildlich und alle freuen sich über das Ergebnis“, bestätigt Projektleiterin Mag. Angelika Maier vom Samariterbund, die vor kurzem vor Ort war. – „Die Kleinbauern in Ljig schätzen unsere Hilfe in Form von Heu und Saatgut sehr. Vergangenen Herbst waren sie verzweifelt, weil sie kein Futter für ihre Kühe, Schafe oder Ziegen hatten und nicht wussten, wie sie sich und ihre Tiere über den Winter bringen sollen.“ In der Gemeinde Ljig in der Region von Šumadija in Westserbien wurden im Mai 2014 rund 1.100 ha Ackerland überflutet. Seither ist viel geschehen, um die schwer in Mitleidenschaft gezogene Landwirtschaft wieder anzukurbeln. Durch die Hilfe der Samariter wurden Viehfutter und Saatgut verteilt, Gewächshäuser wurden wieder aufgebaut, Landwirtschaftliche ExpertInnen haben Bodenproben entnommen, Sand und Kies wurden entfernt und das Ackerland wieder bebaubar gemacht. Bodenanalysen haben gezeigt, welche Pflanzen gesät und welcher Dünger verwendet werden sollte.

Und es geht weiter: In der Nachbargemeinde Sabac sollen nun 100 Kleinbauern neue Anbaumethoden, biologische Landwirtschaft und Business Skills erlernen. Auch der Zugang zu Förderungen, die Gründung einer Kooperative, und die effektivere Vermarktung ihrer Produkte soll Teil der Trainings sein. Angelika Maier: „Ich bin persönlich betroffen, unter welchen prekären Bedingungen Menschen in Europa leben. Die Zeit nach dem Hochwasser war für die Menschen besonders schwierig. Daher freue ich mich, dass der Samariterbund mit einem aus Mitteln der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit geförderten Projekt nachsetzen kann.“