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Saharauischer Minister zu Besuch in Wien

Salek Baba - Kooperationsminister der Westsahara - zu Gast bei der GEZA und dem ASBÖ


Salek Baba, der Kooperationsminister der Westsahara, war vergangenen Freitag zum zweiten Mal zu Gast bei der GEZA und dem ASBÖ in Wien. Begleitet wurde er von Nadjat Hamdi, der Delegierten der Westsahara in Österreich.
Andreas Balog berichtete als Vertreter der GEZA und des ASBÖ über die bisherigen und laufenden Projekte der GEZA in der Westsahara.

 

Die GEZA engagiert sich zum einen in Projekten in den saharauischen Flüchtlingslagern. Zum anderen ist sie in der anwaltschaftlichen Arbeit in Österreich sehr aktiv. Beispielsweise organisiert die GEZA Vorträge an Schulen und Universitäten, engagiert sich in verschiedenen Gremien und setzt sich bei Entscheidungsträgern aus Politik und Gesellschaft für ein stärkeres Bewusstsein über die Situation in der Westsahara ein.
Salek Baba bedankte sich bei GEZA und ASBÖ für das große Engagement und zeigte sich unter anderem auch über die Rede von Andreas Balog vor dem 4. Komitee der UNO-Generalversammlung sowie dem laufenden Einsatz gegen das völkerrechtswidrige Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko sehr erfreut.

 

Salek Baba berichtete, dass die Verhandlungen mit Marokko bedauerlicherweise stocken. Weiterhin kommt es zu systematischen Menschenrechtsverletzungen in den marokkanisch besetzten Gebieten, in denen Folter und Repression an der Tagesordnung sind. Auch die Situation in den Flüchtlingslagern ist nach wie vor prekär. Zum Leidwesen der Betroffenen ist die humanitäre Hilfe der Staatengemeinschaft gerade durch die Wirtschaftskrise und aktuelle Naturkatastrophen stark zurückgegangen.

 

Besonders betroffen zeigte sich Salek Baba über die Entscheidung der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, ihr jahrelang beispielhaftes Programm für die Westsahara ersatzlos einzustellen. Dies ist umso bedauerlicher, war Österreich doch eines der ersten Länder, welches sich mit dem saharauischen Volk solidarisierte. Die Einstellung der finanziellen Unterstützungen seitens der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit bedeutet eine weitere Verschärfung der humanitären Situation in den Flüchtlingslagern und bewirkt zudem einen großen Reputationsverlust in einem Bereich der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, der weltweit anerkannt war. GEZA und ASBÖ versicherten dem Kooperationsminister, das saharauische Volk trotz der Entscheidung der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit weiterhin nach allen Kräften zu unterstützen.