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Samariterbund setzt sich für Frauenrechte ein

Der Samariterbund veranstaltete im Rahmen der VHS-Reihe Menschenrechte am 2. März eine interessante und sehr gut besuchte Veranstaltung zum Thema Frauenrechte.


Wenige Tage vor dem Internationalen Frauentag, fand im Festsaal der VHS Josefstadt der Vortrag "Frauenrechte und Traditionelle Praktiken" mit anschließendem Podiumsgespräch statt. Am Beispiel Kenias wurde das Spannungsfeld zwischen geltenden Gesetzen und traditionellen Praktiken thematisiert.

Denn im Norden Kenias, wo Kinderheirat und weibliche Genitalverstümmelung (FGM) weit verbreitet sind, engagiert sich der Samariterbund seit Herbst 2013 im Rahmen eines von der Stadt Wien finanzierten Projekts für die Stärkung der Frauen. Die Gabra in Nordkenia, leben als Halb-Nomaden und Viehzüchter. Wasser ist knapp und der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung schwierig. Viele Eltern versuchen die Mädchen schnell zu verheiraten und nehmen sie daher aus der Schule. Den Mädchen wird durch eine frühe Heirat die Chance auf Bildung und ein eigenständiges Leben genommen. Obwohl gesetzlich verboten, ist FGM ein weit verbreiteter Brauch, der für die Frauen mit massiven physischen und psychischen Verletzungen verbunden ist.

"Im unserem Projekt geht es darum, Bewusstsein für die gesundheitlichen Folgen und Risiken zu schaffen. Wir organisieren Dialogveranstaltungen mit DorfbewohnerInnen aller Altersgruppen. Es gibt Vorträge an Schulen, Trainings für Frauengruppen, LehrerInnen und auch für Hebammen und Beschneiderinnen sowie Gespräche mit politischen und religiösen Würdenträgern. Durch Aufklärung und kontinuierliche Gespräche konnte bereits ein Änderungsprozess in Gang gesetzt werden. Da es sich bei FGM für die Gemeinschaft um ein kulturelles Übergangsritual ins Erwachsenenleben handelt, gibt es Bestrebungen, diese Praxis, durch ein alternatives Übergangsritual zu ersetzen, das ohne Menschenrechtsverletzungen auskommt", erklärte Angelika Maier, Projektleiterin beim Samariterbund im Podiumsgespräch.

Auch Referentin Gumato Ukur Yatani, Leiterin des Samariterbund-Partners "KNEF" in Nordkenia, berichtete bei der Veranstaltung über ihre Erfahrungen aus dem Projekt. Ebenso referierte Petra Bayr SP-Bereichsprecherin für globale Entwicklung und Gründerin der Plattform stopFGM über die Bedeutung von Aufklärung und Prävention. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Unter den Gästen waren auch aus der Geschäftsleitung des Samariterbundes Mag. Andreas Balog, BV Veronika Mickel-Göttfert, Bezirksvorsteherin Josefstadt und Gabriele Zahrer, Bezirksrätin des SPÖ Josefstadt, die die erkrankte LAbg. GR Nicole Berger-Krotsch in der Eröffnungsrede vertrat. Die Veranstaltung wurde von der bekannten Buchautorin und Journalistin Livia Klingl moderiert.