Inhalt
Kontakt

Martina Vitek-Neumayer

Hollergasse 2-6
1150 Wien
Tel: +43 (0)1 89 145-227 Mobil: +43 (0)664 358 23 86 martina.vitek@samariterbund.net
Nachricht senden

Vielen Dank für Ihre Nachricht!
Wir werden uns in Kürze bei Ihnen melden.
Neue Nachricht verfassen »
< vorheriger Artikel

Erdbeben in Sumatra - Einwohner leiden unter Asbest-Husten und Monsun

Wien (APA) - Nach dem Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra Anfang Oktober leidet die Bevölkerung unter Atemerkrankungen durch zerstörte Asbest-Bauten und dem Monsunregen. "Das Problem ist, dass sehr viele Menschen keine medizinische Betreuung haben. Es gib kein Gesundheitswesen wie in Österreich", sagte Wolfgang Wedan, Erdbeben-Experte des Samariterbundes, am Dienstag unmittelbar nach der Rückkehr von seinem Hilfseinsatz. "Jeder, der in ein Spital gebracht wird, muss bezahlen." Genau das könnten sich viele nicht leisten.


14 Tage von 7. bis 20 Oktober versorgte Wedan gemeinsam mit sieben Kollegen in einer provisorischen Ambulanz im Ort Pasa Laweh täglich rund 130 bis 150 Patienten. "Das größte gesundheitliche Problem ist blutiger Husten", betonte der Helfer. Schuld daran sei Asbest, das im Baustoff der armen Bevölkerung enthalten sei. Durch das Beben seien viele Gebäude zerstört worden, Fasern gelangten in die Atemluft. "Sehr stark erkrankt sind Babys und alte Menschen", betonte Wedan.

 

Erschreckend sei auch das mangelnde Fachwissen der örtlichen Mediziner: Ein junger Mann mit einer akuten Blinddarmentzündung sei aufgrund der falschen Diagnose mit Vitamintabletten nach Hause geschickt worden und beinahe gestorben, erzählte Wedan. "Das liegt auch daran, dass die Ärzte alle Beamte sind und weit unter unserem Standard." Die Ambulanzen seien überfüllt und Fachpersonal dringend gefordert. Im Zentrum des Samariterbundes müssten Operationen unter nicht sterilen katastrophenmedizinischen Bedingungen durchgeführt werden.

 

"In der Gegend um Pasa Laweh gibt es einige Ortschaften, die noch immer nicht erreichbar sind", betonte Wedan. "Die ganze Lage spitzt sich durch den Monsunregen zu." Muren blockieren Straßen, die Nahrungsmittel-Versorgung sei teilweise nur mittels Hubschrauber möglich. Pro Tag gebe es mittlerweile rund 300 Fälle von Dengue-Fieber sowie zahlreiche Malaria- und Infektions-Erkrankungen. 135.000 Häuser in der Region seien zerstört, viele Menschen müssten in der Regenzeit unter Planen leben. Im Samariterbund-Camp habe der Monsun Zelte in überdachte Bäche verwandelt . "Länger als 14 Tag schafft man das nicht", so Wedan über seinen Einsatz bei 40 Grad und ohne Arbeitspausen. Sein Team wurde von Kollegen abgelöst.