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Karola Binder

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Samariterbund: Erhöhte Einsätze aufgrund von Insektenstichen


Bei Menschen, die allergisch auf Bienengift reagieren, kann der Stich einer harmlosen Honigbiene lebensbedrohlich sein. Derzeit sind ungewöhnlich viele Wespen unterwegs, deren Stiche bei vielen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Allergische Reaktionen zeigen sich sehr unterschiedlich. Typische Beschwerden sind Hautausschlag und Hautrötung, Juckreiz, Schwellungen der Schleimhäute, Übelkeit oder Erbrechen, Atem- und Schluckbeschwerden. Im schlimmsten Fall reagiert der Körper mit einem allergischen Schock, der zu Bewusstlosigkeit und Atem- und Kreislaufstillstand führt und bei ausbleibender Behandlung sogar tödlich enden kann.

Bei diesem sogenannten anaphylaktischen Schock kommt es sehr schnell zu Blutdruckabfall mit blasser, feuchter und kühler Haut, Kollaps, Bewusstlosigkeit und Stuhl- und Harnverlust. Schwillt die Schleimhaut des Kehlkopfes an, so besteht akute Erstickungsgefahr. Wird in diesem Stadium nicht sofort behandelt, so stirbt der Betroffene mit größter Wahrscheinlichkeit.

"Die Ersthelfer sollten darauf achten, dass bei Atemstörungen oder Brustschmerzen der Patient aufrecht sitzt und beengende Kleidungsstücke geöffnet sind. Liegen bereits die Zeichen eines anaphylaktischen Schocks vor, wird der Betroffene flach gelagert. Bei Bewusstlosigkeit ist die stabile Seitenlage durchzuführen. Wenn es sich um einen Bienenstich handelt, sollte der Stachel, z.B. durch seitliches Wegkratzen, rasch entfernt werden, weil er sonst noch weiter vorhandenes Gift in die Wunde pumpen kann", erklärt Jürgen Grassl, Bundesschulungsleiter des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs. "Schnelle Linderung der Schmerzen und eine Reduzierung der Schwellung an der Einstichstelle kann durch lokale Kühlung erreicht werden. Dazu legt man etwas Kühles, wie etwa ein Kühlkissen, einen mit Eiswürfeln gefüllten Waschhandschuh oder ein nasses Tuch auf die Einstichstelle. Verschlimmert sich der Zustand, kann eine Injektion mit einem sogenannten EpiPen durch den Rettungsdienst helfen."

Der EpiPen® enthält Adrenalin zur notfallmäßigen Behandlung und wirkt sofort und direkt auf das Herzkreislaufsystem und auf die Atmungsorgane. Dadurch werden die Symptome eines anaphylaktischen Schocks, die unter Umständen fatale Folgen haben könnten, reduziert: die Schwellungen lassen nach, die Atmung wird erleichtert und das Herz stimuliert.

"Wenn jemand nach einem Insektenstich über Atem- und/oder über Schluckbeschwerden oder dergleichen klagt, sollte sofort der Notarzt bzw. die Rettung verständigt werden. Eine rasche Zustandsverschlechterung innerhalb weniger Minuten ist ein ernstes Zeichen, es muss sofort ein Notruf abgesetzt werden. Wenn Kreislaufstörungen auftreten, ist der Patient in Lebensgefahr, auch wenn sonst keine dramatischen Symptome vorliegen", warnt Grassl.´

Auf www.samariterbund.net klärt ein Erste-Hilfe-Kurzfilm über die Gefahren von Allergien und Erste-Hilfe-Maßnahmen auf.