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Das Thema "Pflege" sollte kein Wahlkampf-Thema sein

Anlässlich des „Tages der pflegenden Angehörigen“ fordert der Samariterbund mutige Konzepte.

„Das Thema Pflege ist zu wichtig für billigen Wahlkampf-Populismus“, erklärt Mag. Wolfgang Dihanits, Geschäftsführer der Samariterbund Österreich Rettung und Soziale Dienste GmbH, anlässlich des österreichweiten „Tag der pflegenden Angehörigen“ am 13. September 2019. „Der von der letzten Regierung präsentierte ‚Masterplan Pflege‘ enthält leider nur sehr allgemeine Formulierungen. In der Pflege dürfen aber nicht nur die Kosten im Fokus stehen, sondern vor allem die Qualität der Services sowie auch die Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit der Konzepte. Im Jahr 2021 läuft der aus Steuermitteln finanzierte Pflegefonds aus, und es gibt derzeit keine Gewissheit darüber, wie die Pflegevorsorge der Länder und Gemeinden in der Zukunft gesichert wird.“

Laut Arbeiterkammer ist es zwar sehr erfreulich, dass es für Personen in Altenheimen keinen Pflegeregress und damit keinen Zugriff mehr auf ihre Ersparnisse gibt. Doch die Aufnahme in ein Altenheim ist oft erst ab Pflegestufe 4 möglich. Somit werden rund 300.000 Betroffene in den Stufen 1 bis 3 – das sind beinahe 70 Prozent aller Pflegegeld-BezieherInnen – zu Hause betreut. 456.000 ÖsterreicherInnen sind derzeit auf Pflegeleistungen angewiesen. Zum Vergleich: Das sind um 60.000 Menschen mehr, als das Bundesland Vorarlberg Einwohner hat. Und Tag für Tag kommen österreichweit 27 neue Fälle dazu. Der Bedarf an Ganztagesversorgung in den eigenen vier Wänden steigt somit stetig.

Der Samariterbund hat in den vergangenen Jahren sein Angebot umfassend ausgebaut und geht mit seinen Fachkräften genau dort auf die pflegebedürftigen Menschen zu, wo sie sich befinden – vom mobilen Notruf bis zur 24-Stunden-Betreuung. Weitere bewährte Dienstleistungen wie mobile Hauskrankenpflege, Heimhilfe oder Besuchsdienst helfen den SeniorInnen dabei, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden selbständig leben zu können.

Der Samariterbund bietet für pflegebedürftige Menschen eine durchgängige, flächendeckende Versorgungskette von den eigenen vier Wänden bis zur Unterbringung in betreuten Altenwohn- und Pflegeheimen an. Mit mehr als 30 Pflegekompetenzzentren, Seniorenkompetenzzentren, Tageszentren und betreuten Wohneinrichtungen wird dem gesellschaftlichen Umschwung mit einem modernen ganzheitlichen Pflegeangebot Rechnung getragen. Dabei legt man vor allem auch Wert auf soziale Betreuung und Möglichkeiten zu einer besseren Kommunikation.

„Die Pflege braucht dringend eine Imageaufwertung“, so Mag. Wolfgang Dihanits (Bild). „Darüber hinaus müssen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege neue Konzepte zur Entlastung pflegender Angehöriger erarbeitet werden.“ Dazu zählen neben jährlicher Valorisierung des Pflegegeldes, gesetzlich zugesicherter Pflegekarenz und Pflegeteilzeit auch der Ausbau aller Pflegedienstleistungen. „Österreich braucht ein mutiges, solidarisch finanziertes und zukunftstaugliches Gesamtkonzept für die Pflege. Es müssen einheitliche Standards geschaffen werden, die ein Altern in Würde erlauben“, so Mag. Wolfgang Dihanits abschließend.

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