Zum Hauptinhalt springen

Erste Hilfe bei Bewusstlosigkeit: So handeln Sie richtig

Bewusstlosigkeit ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der schnelles und besonnenes Handeln erfordert. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Anzeichen sowie Gefahren der Bewusstlosigkeit und welche Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich sind, um das Leben der betroffenen Person zu retten.

Anzeichen und Gefahren bei Bewusstlosigkeit

Bei einer Bewusstlosigkeit reagiert die betroffene Person nicht mehr auf äußere Reize (wie z. B. Ansprechen, Berühren oder Klatschen). Sie hat aber eine spontane Eigenatmung, d. h. die Atmung sowie der Kreislauf funktionieren weiterhin.

Durch die Bewusstlosigkeit ausgelöste fehlende Muskelspannung können die Atemwege der betroffenen Person in Rückenlage durch ihre eigene Zunge verlegt werden. Es besteht Lebensgefahr für die betroffene Person.

Weiters fallen die Schutzreflexe (wie z. B. Schluck-, Husten-, Würge-, Lidschlussreflex) aus. Durch die fehlende Muskelspannung kann der Mageninhalt zurück in den Rachen fließen, in die Atemwege gelangen und so zum Ersticken führen, da der normalerweise eintretende Würge- oder Hustenreflex ebenfalls fehlt. Von außen kann dieser Vorgang unbemerkt ablaufen, daher sind unbedingt Erste-Hilfe-Maßnahmen zu leisten.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Bewusstlosigkeit

Situation einschätzen und Sicherheit gewährleisten

  • Führen Sie die Erste-Hilfe-Maßnahmen beim Auffinden einer Person durch:
    • Prüfen Sie, ob die Umgebung sicher ist (keine Gefahr durch Verkehr, Feuer oder giftige Dämpfe). Sichern Sie ggf. den Notfallort ab.
    • Tragen Sie ggf. Handschuhe, um sich selbst zu schützen.

Bewusstseinskontrolle

  • Nähern Sie sich der betroffenen Person von der Seite.
  • Sprechen Sie die betroffene Person deutlich an (z. B. „Hallo, können Sie mich hören?“).
  • Fassen Sie die betroffene Person an den Schultern, und rütteln Sie vorsichtig.
  • Rufen Sie wenn möglich andere Helfer:innen herbei und bitten Sie diese, einen Notruf (144 in Österreich, 112 in Europa) abzusetzen.

Atemkontrolle

  • Machen Sie die Atemwege der betroffenen Person frei, und prüfen Sie die Atmung mittels Atemkontrolle.

Stabile Seitenlage

  • Falls eine normale Atmung feststellbar ist, bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage.
  • Beobachten Sie weiterhin die Atmung der Person, und bleiben Sie bei ihr, bis professionelle Hilfe eintrifft.
  • Falls keine oder keine normale Atmung vorhanden ist, führen Sie sofort Wiederbelebungsmaßnahmen durch (siehe Reanimation).

Ursachen für Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit

Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit können verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Erkrankungen, wie z. B. Schlaganfall, Unterzucker, Entzündungen, Raumforderungen (Schwellungen, Tumor etc.), Krampfanfälle
  • Verletzungen, wie z. B. jede Form der Gewalteinwirkung auf den Kopf oder Schädel wie bei Stürzen und Unfällen, Blutungen, Schädigungen durch Hitze oder Kälte
  • Vergiftungen, wie z. B. Alkohol, Drogen, Kohlenstoffmonoxid, Medikamente

Worin liegt der Unterschied zwischen Bewusstlosigkeit und Ohnmacht?

Die beiden Begriffe sind in der Alltagssprache oft gleichbedeutend in Verwendung. Bewusstlosigkeit und Ohnmacht unterscheiden sich vor allem in der Dauer: Ohnmacht ist eine kurzfristige, meist harmlose Form der Bewusstlosigkeit, die häufig durch einen plötzlichen Blutdruckabfall verursacht wird. 

Im Gegensatz dazu kann eine längere Bewusstlosigkeit auf schwerwiegendere gesundheitliche Probleme hinweisen und erfordert sofortige medizinische Hilfe.

Reanimation an Puppe im Erste-Hilfe-Kurs

Lernen Sie Erste Hilfe

Buchen Sie jetzt einen Erste-Hilfe-Kurs, und üben Sie lebensrettende Maßnahmen, um im Notfall schnell helfen zu können.

Jetzt Kurs buchen

Was tun bei einer Kreislaufstörung mit kurzer Ohnmacht?

Die Person ist nicht bei Bewusstsein

Solange die betroffene Person nicht bei Bewusstsein ist, handeln Sie wie bei jeder anderen Bewusstlosigkeit:

Die Person ist wieder bei Bewusstsein

Ist die betroffene Person bereits wieder bei Bewusstsein, führen Sie folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen durch:

  • die betroffene Person flach positionieren, das heißt hinlegen lassen
  • beruhigen, bei der Person bleiben
  • frische Luft zuführen, beengende Kleidung lockern (lassen)

Schnelles Handeln rettet Leben

Bewusstlosigkeit muss ernst genommen werden. Die richtige Erste Hilfe kann Leben retten. Daher ist es sinnvoll, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, um im Ernstfall sicher und souverän handeln zu können.

Jetzt Erste-Hilfe-Kurs buchen

Sanitäter mit Verletztem auf Trage vor Rettungsauto

Ihre Spende rettet Leben!

Spenden Sie jetzt online für unseren Rettungsdienst oder ein Projekt Ihrer Wahl.

Kind im Krankenhausbett mit Teddybär

Unsere Initiativen

Verschaffen Sie sich einen Einblick in unsere Initiativen und Hilfsprojekte.

Mitarbeiter:innen im Rettungsdienst vor Rettungsauto

Machen Sie mit!

Entdecken Sie alle Möglichkeiten, bei uns mitzuhelfen – wir freuen uns auf Sie!