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Verbrennungen behandeln: Erste Hilfe für den Ernstfall

Verbrennungen können im Alltag schnell passieren – ob in der Küche, durch heiße Flüssigkeiten oder offenes Feuer. Doch was tun, wenn es zu einem Unfall kommt? Hier erfahren Sie, wie Sie Verbrennungen richtig behandeln und wann eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Schweregrade von Verbrennungen

Verbrennungen werden in 4 Schweregrade unterteilt:

Verbrennung 1. Grades

  • Hautrötung
  • Schmerzen
  • keine Narbenbildung

Verbrennung 2. Grades

  • Blasenbildung (Brandblase)
  • Starke Schmerzen
  • Narbenbildung ist abhängig von der Tiefe der Verbrennung

Verbrennung 3. Grades

  • Krusten- und Schorfbildung
  • Keine Schmerzen (zerstörte Nervenenden)
  • Schrumpfende Narbenbildung

Verbrennung 4. Grades

  • Verkohlung
  • Keine Schmerzen (zerstörte Nervenenden)
  • Gewebsverlust

Großflächige Verbrennungen

Bei einer größeren Verbrennung weist die betroffene Person meist unterschiedliche Schweregrade auf und hat daher meist große Schmerzen. Je nach Ausdehnung kann es zu einer lebensbedrohlichen Kreislaufstörung kommen. Die Ausdehnung der Verbrennung bei Erwachsenen kann folgendermaßen bestimmt werden:

Neunerregel: Die Körperteile entsprechen 9 % der Körperoberfläche: Kopf, jeder Arm, Brustkorb vorne und hinten, Bauch vorne und hinten, jeder Oberschenkel, jeder Unterschenkel. Nur der Genitalbereich wird mit 1 % angenommen.

Handflächenregel: Die Handinnenfläche (inkl. der Finger) der betroffenen Person entspricht etwa 1 % ihrer Körperoberfläche.

Achtung – Schockgefahr!

In späterer Folge von großflächigen Verbrennungen (bei Kindern ab 5%, bei Erwachsenen ab 10% verbrannter Körperoberfläche) kann ein Kreislaufschock auftreten. Besteht im Rahmen der Ersten Hilfe der Verdacht auf einen Kreislaufschock, so hat dieser eine andere Ursache.

Erste Hilfe bei Verbrennungen

Sofort kühlen

  • Stoppen Sie die Hitzeeinwirkung (z. B. Kleiderbrand löschen).
  • Entfernen Sie zügig und vorsichtig lose Kleidung.
  • Halten Sie die Verbrennung mindestens 20 Minuten unter kühles oder kaltes (nicht eisiges) Wasser. Beginnt die betroffene Person zu zittern oder äußert ein Kältegefühl, unterbrechen Sie die Kühlung sofort.

Verbrennung abdecken

  • Nach der Kühlung verwenden Sie ein lockeres, trockenes, keimfreies Verbandtuch oder eine Wundauflage, um die Verbrennung abzudecken und Infektionen zu vermeiden.
  • Alternativ kann Frischhaltefolie aus der Originalverpackung zum Abdecken (nicht Einwickeln) der Verbrennung verwendet werden.

Wann muss die Rettung gerufen werden?

  • Großflächige oder schwere Verbrennungen
  • Verbrennungen im Gesicht, an Händen, Füßen oder im Genitalbereich
  • Atemprobleme durch Rauchinhalation
  • Im Zweifelsfall kann bei nicht schwerwiegenden Verbrennungen neben der Rettung 144 auch die Nummer 1450 angerufen werden, um die weitere Vorgehensweise abzuklären.

Häufige Fehler vermeiden

  • Tragen Sie keine Salben, Puder oder andere Hausmittel auf.
  • Öffnen Sie Brandblasen nicht, da dies zu Infektionen führen kann. Schützen Sie Brandblasen mit einer keimfreien Wundauflage.
  • Kühlen Sie die Verbrennung nicht zu lange, und verwenden Sie kein zu eisiges Wasser – zu starkes Kühlen kann zu Gewebeschäden führen.
  • Entfernen Sie verklebte Kleidung nicht gewaltsam, dies kann die Verletzung verschlimmern.
Reanimation an Puppe im Erste-Hilfe-Kurs

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Vorbeugung: So vermeiden Sie Verbrennungen

  • Halten Sie heiße Flüssigkeiten und Speisen außer Reichweite von Kindern.
  • Treffen Sie Schutzmaßnahmen beim Kochen (z. B. Topflappen nutzen).
  • Installieren Sie Rauchmelder, und bewahren Sie Feuerquellen sicher auf.
  • Vorsicht bei Sonnenexposition: Verwenden Sie geeigneten Sonnenschutz!

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