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Georgien: RISE Georgia – Ungleichheit verringern durch die Stärkung der Rolle von Frauen in Krisen

Gewalt gegen Frauen ist in Georgien leider kein neues Phänomen, denn sie hat tiefe Wurzeln in der georgischen Gesellschaft, die lange Zeit durch patriarchale Traditionen und Bräuche geprägt wurde, einschließlich strikter Geschlechteridentitäten und patriarchaler Autorität. Die hierarchische Ordnung innerhalb der Familie sowie intergenerationelle Familienkontrolle spielen ebenfalls eine große Rolle innerhalb der georgischen Gesellschaft, welche es Frauen und Mädchen erschwert ein selbstbestimmtes Leben zu führen und wirtschaftlich unabhängig zu sein.

Unsere Partner und Fördergeber für dieses Projekt:

Das Projekt auf einen Blick

  • Projektregion: Georgien - Regionen Ajara, Samegrelo und Guria
  • Projektpartner: Länderbüro Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland Georgien
  • Zielgruppe: 22.305 Frauen und Mädchen (einschließlich Frauen und Mädchen mit Behinderungen)
  • Gefördert durch: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

Eingeschränkter Zugang zu Bildung und Beschäftigung

Die Region Westgeorgien ist durch bedeutende demographische Gruppen gekennzeichnet, die unter akuten sozialen Verwundbarkeiten leiden, darunter Binnenvertriebene, Überlebende geschlechtsbasierter Gewalt und Migrantinnen, wobei diese Bevölkerungsgruppen überproportional von systemischen Barrieren betroffen sind, die ihr psycho-soziales Wohlbefinden und ihre Integration in die Gesellschaft behindern. Darüber hinaus können in Georgien Frauen ethnischer Minderheiten aufgrund der Überschneidungen von Ethnizität und Geschlecht Diskriminierung, Belästigung und/oder Gewalt erfahren.

Einige Frauen ethnischer Minderheiten werden durch ihre kulturellen Traditionen zusätzlich eingeschränkt, insbesondere wenn solche Überzeugungen den Zugang von Frauen zu Bildung und Beschäftigung einschränken. Frauen stehen somit in Georgien vor erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Die Beschäftigungsquoten zeigen eine deutliche geschlechtsspezifische Ungleichheit, mit einer Beschäftigungsquote der Männer von 53,2 % im Vergleich zu 37,1 % bei den Frauen, was eine geschlechtsspezifische Lücke von 16,1 Prozentpunkten bedeutet.

Es besteht daher ein dringender Bedarf an gezielten Interventionen, die nicht nur unmittelbare Unterstützung bieten, sondern auch langfristige Resilienz und Empowerment fördern. 

Beratungen, Netzwerke und Bildung für Frauen

Ziel des Projekts, welches der Samariterbund gemeinsam mit dem lokalen Partner umsetzt, ist es, Frauen und Mädchen in Krisen in Westgeorgien durch gezielte soziale und wirtschaftliche Unterstützung zu stärken, wobei diese die Regionen Ajara, Samegrelo und Guria abdecken. Im Rahmen des Projekts werden zwei Beratungszentren sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten eingerichtet, um ein Netzwerk psychologischer und sozialer Unterstützungsdienste bereitzustellen. Um sofortige Hilfe zu gewährleisten, werden zudem mobile Beratungseinheiten neben einer rund um die Uhr erreichbaren Hotline eingesetzt. Dieser Service bietet zeitnahe Beratung und Unterstützung für Bedürftige und sorgt dafür, dass Hilfe nur einen Anruf entfernt ist. 

Ebenso werden zur Unterstützung des Empowerment-Prozesses Selbsthilfegruppen gegründet und zusätzlich sollen Zielgruppenschulungen und Workshops zu verschiedenen Themen wie psychische Gesundheit, Selbstfürsorge, Rechte und rechtliche Aspekte durchgeführt werden. Zur Steigerung der wirtschaftlichen Fähigkeiten wird im Rahmen des Projekts die Bereitstellung von Berufsbildung (VET) ebenfalls einen Beitrag zur Verbesserung der Kompetenzentwicklung und beruflichen Weiterbildung der Zielgruppen leisten. Darüber hinaus wird der Aufbau eines starken Netzwerks für Frauen, einschließlich Menschen mit Behinderungen, unterstützt, indem es notwendige Ausrüstung bereitstellt.

Kind allein

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Projektaktivitäten

  • Aufbau eines robusten Netzwerks psychologischer und sozialer Unterstützungsdienste, die auf Binnenvertriebene, Überlebende geschlechtsbasierter Gewalt und Migrantinnen zugeschnitten sind
  • Einrichtung und Betrieb von Beratungszentren
  • Durchführung von Basis Sensibilisierungskampagnen zur Aufklärung über Rechte und verfügbare Dienstleistungen für Frauen und Mädchen in Krisensituationen
  • Durchführung von Workshops und Schulungssitzungen zur Verbesserung des Wissens, der Selbstwirksamkeit und der Unterstützung durch die Gemeinschaftsstrukturen 
  • Förderung der Gründung von Selbsthilfegruppen zur Unterstützung durch Gleichgesinnte, kollektiven Problemlösung und Stärkung der Gemeinschaft
  • Bereitstellung von Berufsbildung (VET) für die Zielgruppen
  • Bereitstellung von Schulungen zur Kompetenzentwicklung für die Zielgruppen
  • Organisation von Messen
  • Multistakeholder-Netzwerkveranstaltungen - Treffen mit lokalen Unternehmen