Erste Hilfe: So funktioniert die Mund-zu-Mund-Beatmung
Die Mund-zu-Mund-Beatmung ist Teil einer lebensrettenden Sofortmaßnahme, der Wiederbelebung, und wird bei einem Atemstillstand angewendet. Doch wie geht sie richtig? Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie in einer Notfallsituation richtig handeln.
Wann ist die Mund-zu-Mund-Beatmung notwendig?
Die Mund-zu-Mund-Beatmung wird im Rahmen der Wiederbelebung angewendet, wenn eine Person nicht auf Ansprache oder Berührung reagiert und nicht mehr normal atmet oder keine Atmung mehr feststellbar ist. Zusammen mit der Herzdruckmassage kann sie die Überlebenschancen erheblich steigern. Falls Sie keine Beatmungsversuche durchführen können oder möchten, führen Sie trotzdem und ausschließlich die Herzdruckmassage durch. Machen Sie in diesem Fall keine Pause nach 30 Wiederholungen, sondern setzen Sie die Herzdruckmassage durchgehend fort.
Maßnahmen vor der Mund-zu-Mund-Beatmung
- Die Umgebung ist sicher. Sie haben für Ihren eigenen Schutz gesorgt.
- Sie haben die Bewusstseinskontrolle durchgeführt.
- Sie haben andere Helfer:innen herbeigerufen und diese gebeten den Notruf (144 in Österreich, 112 in Europa) abzusetzen.
- Sie haben die Atemkontrolle durchgeführt und keine oder keine normale Atmung festgestellt.
- Sie haben den Notruf selbst abgesetzt und mit der Wiederbelebung begonnen.
Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen
Vorbereitung und Atemwege freimachen
- Nach 30 Herzdruckmassagen folgen 2 Beatmungsversuche. Verwenden Sie hierfür, wenn möglich Einmalhandschuhe und ein Beatmungstuch. Legen Sie dieses auf das Gesicht der betroffenen Person.
- Öffnen Sie die Atemwege durch Kopf überstrecken und Kinn anheben.
- Verschließen Sie die Nase der betroffenen Person mit Ihrem Daumen und Zeigefinger.
Beatmungsversuche durchführen
- Atmen Sie normal (nicht tief) ein.
- Umschließen Sie den Mund der betroffenen Person mit Ihrem Mund, und atmen Sie normal (nicht tief) in den Mund der betroffenen Person aus.
- Beobachten Sie dabei den Brustkorb der betroffenen Person.
Luftaustritt
- Halten Sie den Kopf der betroffenen Person weiterhin in den Nacken überstreckt, und nehmen Sie Ihren Mund von dem der Person weg, damit die Luft wieder entweichen kann.
- Beobachten Sie, wie sich der Brustkorb wieder senkt.
Zweiten Beatmungsversuch durchführen
- Führen Sie einen zweiten Beatmungsversuch durch.
- Die Beatmungsversuche sollten nicht länger als 10 Sekunden dauern.
Wiederbelebung fortsetzen
- Setzen Sie nach den 2 Beatmungsversuchen die Wiederbelebung abwechselnd mit 30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungsversuchen fort, bis die betroffene Person Lebenszeichen zeigt oder professionelle Hilfe eintrifft.
Regelmäßig Wissen auffrischen
Die Mund-zu-Mund-Beatmung ist eine wichtige Maßnahme in der Ersten Hilfe. Auch wenn die Hemmschwelle oft groß ist, kann die richtige Anwendung im Notfall entscheidend sein. Machen Sie sich regelmäßig mit den Abläufen vertraut, um im Ernstfall sicher und effektiv helfen zu können.