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Das Leben im Haus Winkeläckerweg

Das Haus Winkeläckerweg besteht aus sechs gleich angelegten Trakten. In jedem Trakt gibt es einen Aufenthaltsraum, Küchen, Duschen, WC-Anlagen und bis zu sechzehn Zimmer. In jedem Zimmer sind maximal zwei Personen untergebracht. Die Küchen und Aufenthaltsräume werden von den BewohnerInnen gemeinsam genützt. Gegenseitige Rücksichtsnahme und Toleranz sind notwendig, um das Zusammenleben auf engem Raum konfliktfrei zu gestalten.

Im Haus gibt es zusätzliche Angebote, die von allen genutzt werden können: eine Waschküche, einen Internetraum mit kleiner Bibliothek, einen Tischfußballraum und ein Kinderspielzimmer. Bei schönem Wetter steht auch der Hof und die große Wiese, sowie der Volleyball- und Fußballplatz und der Basketballkorb neben dem Gebäude für Aktivitäten zur Verfügung. Für die Kleinsten gibt es einen Spielplatz zum Austoben. 

Die zentrale Anlaufstelle des Hauses Winkeläckerweg bilden die Büros, in denen rund um die Uhr MitarbeiterInnen des Samariterbundes anwesend sind.

Die Menschen im Haus Winkeläckerweg

Langwierige Asylverfahren mit ungewissem Ausgang verstärken die psychischen Folgen von Flucht und Vertreibung. Um Familien mit ihren Kindern die Zeit bis zum Asylbescheid zu erleichtern und ihnen Schutz zu bieten, erhalten diese Familien für die Dauer ihres Asylverfahrens im „Haus Winkeläckerweg“ ein vorübergehendes Zuhause.

Die bis zu 150 BewohnerInnen des Winkeläckerweges sind Menschen aller Altersgruppen und verschiedenster Nationalitäten. Hier sind ausschließlich Familien untergebracht, wobei der Anteil der Kinder und Jugendlichen über 60% ausmacht. Das Betreuungsteam bemüht sich, den BewohnerInnen ein „normales" und selbstbestimmtes Alltagsleben zu ermöglichen.
Ein wesentlicher Beitrag zur größtmöglichen Selbstständigkeit und somit Eigenverantwortung der BewohnerInnen besteht darin, dass diese ihre Lebensmittel selbst einkaufen und ihre Mahlzeiten eigenständig zubereiten können.

Dieser für manche wohl selbstverständlich erscheinende Umstand ist in vielen Betreuungseinrichtungen oftmals aufgrund räumlicher Gegebenheiten nicht möglich.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, entsprechende Angebote zur Tagesgestaltung zu schaffen, da den AsylwerberInnen leider die Möglichkeit zu arbeiten untersagt ist. 

Um einen Ausgleich zu den Alltagstätigkeiten wie Einkaufen, Wäsche waschen, Reinigung der Zimmer oder Kinderbetreuung zu schaffen, bemühen sich die MitarbeiterInnen des Samariterbundes Freizeitangebote für die BewohnerInnen zu organisieren.

Was bisher geschah...

In regelmäßigen Abständen finden Deutschkurse statt. Es gibt eine Kinderbetreuung vor Ort, deren Fokus die Lernbetreuung ist. Aber natürlich wird auch die Freizeit kreativ gestaltet. Damit die oft traumatisierten Kinder ein wenig Kindheit und Jugend erleben, organisiert das engagierte Team des Samariterbundes regelmäßig Veranstaltungen, Ausflüge und Feste.
Ein besonderes Projekt war im Februar 2010 die Fotoausstellung „In der Fremde zu Hause“ im Volkstheater mit dem bekannten Fotografen Willy Puchner als Kurator. Die Flüchtlingskinder nutzten die Fotografie als Möglichkeit, ihre Sicht von Heimat über alle Sprach- und Kulturgrenzen hinaus zu präsentieren. Prominente Künstler wie Michael Schottenberg, Elisabeth Engstler, Robert Menasse und Soul-Sängerin Dorretta Carter zeigten sich solidarisch.

Mit Unterstützung der MA 48 und dem Stadtgartenamt startete der Samariterbund im Sommer 2010 ein Gartenprojekt am Haus Winkeläckerweg: Die neuen BewohnerInnen sollten dazu motiviert werden, den etwa 2000m2 großen Garten rund um das Haus zu nutzen. Vor allem die Kinder zeigten und zeigen sich begeistert von diesem Angebot: Eigene kleine Beete mit Gemüse und Blumen, sowie eine Naschhecke stehen den Kindern zur Verfügung und werden von ihnen, unter Anleitung von drei ehrenamtlichen Frauen, gerne genutzt.

In den letzten Jahren war das Haus Winkeläckerweg auch Praktikumsstätte für KunsttherapeutInnen. Derzeit bieten drei Kunsttherapeutinnen an, das Erlebte auf kreative Weise zu verarbeiten. Vor allem die Kinder konnten beim Töpfern und Malen in der Gruppe so manch schlimme Erfahrung reflektieren.

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