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Erste Hilfe: Wie man eine Wiederbelebung (Reanimation) durchführt

Ein plötzlicher Herzstillstand kann jederzeit und überall auftreten. In solchen Fällen zählen Sekunden. Der schnelle Beginn einer Wiederbelebung (Reanimation) durch Ersthelferinnen und Ersthelfer und kann Leben retten, bevor professionelle Hilfe eintrifft. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine Wiederbelebung richtig durchführen.

Maßnahmen vor der Wiederbelebung

  • Die Umgebung ist sicher. Sie haben für Ihren eigenen Schutz gesorgt.
  • Sie haben die Bewusstseinskontrolle durchgeführt.
  • Sie haben andere Helfer:innen herbeigerufen und diese gebeten, einen Notruf (144 in Österreich, 112 in Europa) abzusetzen.
  • Sie haben die Atemkontrolle durchgeführt und keine oder keine normale Atmung festgestellt.

Wiederbelebung durchführen

Wenn Sie nicht alleine sind, schicken sie jemanden los, um einen Defibrillator (AED) zu holen, und verwenden Sie diesen, sobald das Gerät verfügbar ist.

Notruf absetzen

  • Wenn der Notruf bisher nicht abgesetzt wurde, rufen Sie jetzt die Rettung (144 in Österreich, 112 in Europa).
  • Benutzen Sie wenn möglich die Lautsprecherfunktion Ihres Telefons, um gleichzeitig mit der Wiederbelebung zu beginnen.
  • Die begonnene Wiederbelebung soll, wenn möglich, nicht mehr unterbrochen werden.
     

Handposition finden

  • Knien Sie sich seitlich neben die in Rückenlage liegende betroffene Person. Die betroffene Person muss auf einer festen und ebenen Unterlage liegen.
  • Platzieren Sie den Handballen einer Hand auf die Mitte der Brust.
  • Legen Sie die andere Hand darauf, und verschränken Sie die Finger Ihrer Hände miteinander.
  • Strecken Sie die Arme gerade durch, und positionieren Sie Ihre Schultern direkt über Ihren Händen.

Herzdruckmassage durchführen

  • Drücken Sie mit gestreckten Armen senkrecht nach unten. Die Drucktiefe beträgt 5–6 cm.
  • Wiederholen Sie die Herzdruckmassage 30x mit einer Frequenz von 100–120 pro Minute. Ein guter Orientierungspunkt ist der Rhythmus des Songs „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees.
  • Entlasten Sie nach jeder Herzdruckmassage den Brustkorb vollständig, ohne dabei die Hände von der Brust zu lösen, damit das Herz sich wieder füllen kann.
  • Nach 30 Herzdruckmassagen setzen Sie mit 2 Beatmungsversuchen fort.
  • Wechseln Sie sich, falls möglich, alle 2 Minuten mit einer anderen Person ab, um die Effektivität der Reanimation zu erhalten.
  • Lesen Sie unseren Artikel zur Herzdruckmassage für detailliertere Informationen.

Beatmungsversuche durchführen

  • Nach 30 Herzdruckmassagen folgen 2 Beatmungsversuche. Verwenden Sie hierfür, wenn möglich, ein Beatmungstuch. Legen Sie dieses auf das Gesicht der betroffenen Person.
  • Öffnen Sie die Atemwege durch Kopf überstrecken und Kinn anheben.
  • Verschließen Sie die Nase der betroffenen Person mit Ihrem Daumen und Zeigefinger.
  • Umschließen Sie den Mund der betroffenen Person mit Ihrem Mund und atmen Sie normal (nicht tief Luft holen) in den Mund der betroffenen Person aus. Beobachten Sie dabei den Brustkorb der betroffenen Person.
  • Führen Sie einen zweiten Beatmungsversuch durch.
  • Lesen Sie unseren Artikel zur Mund-zu-Mund-Beatmung für detailliertere Informationen.
  • Falls Sie keine Beatmung durchführen können, führen Sie die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung durch.

Wiederbelebung fortsetzen

  • Setzen Sie nach den 2 Beatmungsversuchen die Wiederbelebung abwechselnd mit 30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungsversuchen fort, bis die betroffene Person Lebenszeichen zeigt oder professionelle Hilfe eintrifft.

Verwendung eines Defibrillators (AED)

Klebeelektroden anbringen

  • Schalten Sie das Gerät, sobald es vorhanden ist, ein, und folgen Sie den Sprachanweisungen oder Abbildungen.
  • Bringen Sie die Klebeelektroden, wie am Defibrillator abgebildet, auf der trockenen, nackten Brust der betroffenen Person an. Gelegentlich ist es notwendig, eine sehr behaarte Brust zu rasieren (meist sind Trimmer oder Einmalrasierer bei einem AED beigefügt), damit die Klebeelektroden direkt auf der Haut haften.
  • Die Wiederbelebung (Herzdruckmassage und Beatmungsversuche) muss während des Anbringens des Defibrillators kontinuierlich fortgesetzt werden.

Schock nach Anleitung ausführen

  • Der Defibrillator analysiert nach dem Anbringen der Klebeelektroden automatisch den Herzrhythmus der betroffenen Person – niemand darf die betroffene Person berühren, die Wiederbelebung muss kurz unterbrochen werden.
  • Wird ein Schock empfohlen, stellen Sie sicher, dass niemand die betroffene Person berührt und keine Nässe- oder Metallbrücke besteht (Achtung bei z. B. Wasserlacken, Straßenbahnschienen oder Kanaldeckel), und drücken Sie dann den Schockknopf.
  • Nach dem Schock sofort mit der Wiederbelebung fortfahren und den Anweisungen des Defibrillators folgen.

Jede:r kann Leben retten!

Die wichtigsten Maßnahmen sind das Erkennen des Notfalls, das Absetzen des Notrufs, die Bewusstseins- und Atemkontrolle sowie die sofortige Einleitung der Reanimation. Keine Angst vor Fehlern – Handeln ist wichtiger, als nichts zu tun! Für mehr Sicherheit in der Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen können Sie regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen.

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