Was haben „Stayin' Alive“ von den Bee Gees, „Wannabe“ der Spice Girls und das Kinderlied „A Ram Sam Sam“ gemeinsam? Sie liefern den perfekten Takt für eine Herzdruckmassage. Sie hätten das gewusst? Dann haben Sie wahrscheinlich erst vor Kurzem einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. So wie die österreichische Kabarettistin, Autorin, Moderatorin und Schauspielerin Caroline Athanasiadis, die vor wenigen Wochen ihr Wiederbelebungs-Know-how beim Samariterbund aufgefrischt hat. Einen Vormittag lang hat sie gemeinsam mit Erste-Hilfe-Gleichgesinnten gelernt und vor allem geübt. Mit dem Ziel, im Ernstfall (wieder) schnell und kompetent eingreifen zu können.
Notfälle können immer und überall passieren
Wie plötzlich aus Theorie Realität wird, hat die quirlige Wienerin selbst schon erlebt: „Bei einem meiner Auftritte ist einmal jemand im Publikum zusammengebrochen. Zum Glück war mein Kollege Omar Sarsam vor Ort. Als Arzt wusste er sofort, was zu tun ist. Ich selbst hätte mir in dem Moment nicht wirklich zugetraut, zu helfen.“ Ein Gedanke, den viele kennen. Man steht plötzlich mitten in einer Notsituation – und hofft insgeheim, dass jemand anderer übernimmt. Aber was, wenn niemand da ist? Genau deshalb entschied sich Caroline ganz bewusst für eine Auffrischung. „Mein letzter Kurs war noch in der Schule, also vor dem Führerschein“, erzählt sie offen.
Warum Auffrischen so wichtig ist
Das Einmaleins der Ersten Hilfe ist kein starres Wissen, das man einmal lernt und dann für immer beherrscht. Empfehlungen ändern sich, Abläufe werden überdacht, Schwerpunkte neu gesetzt. „Die stabile Seitenlage habe ich noch ganz anders gelernt“, stellt die ORF-Moderatorin überrascht fest. Den Großteil der Lehreinheit machen die praktischen Übungen aus. Sie sind unerlässlich, damit die lebensrettenden Handgriffe im Notfall wirklich sitzen.
Aber entscheidend dabei: Ein einmal absolvierter Erste-Hilfe-Kurs ist kein Freifahrtschein für das restliche Leben! Denn alles, was man nicht regelmäßig trainiert, gerät auch wieder in Vergessenheit. Der Samariterbund plädiert daher für ein regelmäßiges Update des eigenen Erste-Hilfe-Wissens. Caroline bringt es auf den Punkt: „Eigentlich sollte es in Österreich gesetzlich verpflichtend sein, sich alle paar Jahre in einen Erste-Hilfe-Kurs zu setzen. Das würde enorm viel bewirken.“
Drücken, beatmen, handeln
Vier Stunden lang wurde beim Auffrischungskurs geübt und ausprobiert: Stabile Seitenlage, Herzdruckmassage im richtigen Rhythmus, Mund-zu-Mund-Beatmung, der richtige Handgriff bei Erstickungsgefahr und vieles mehr. Geleitet wurde der Kurs von Kevin Edriss, einem erfahrenen Rettungssanitäter, der nicht nur viel Fachwissen, sondern auch Humor mitbrachte.
Er räumte auch mit einigen hartnäckigen Mythen auf: Nein – die Mund-zu-Mund-Beatmung ist nicht „out“. Sie bleibt ein wichtiger Bestandteil der Wiederbelebung. Aber es gilt: Selbstschutz vor Fremdschutz. Wenn eine Situation für eine Beatmung hygienisch unsicher erscheint, ist eine konsequente Herzdruckmassage ohne Beatmung immer noch besser, als gar nichts zu tun. Kevin empfiehlt: „Ein Beatmungstuch – klein genug für den Schlüsselbund – sollte man idealerweise immer dabeihaben.“ Ein weiterer Profi-Tipp: „Ich gehe nie ohne Einweghandschuhe außer Haus, platzsparend und sicher in einer Überraschungsei-Kapsel verstaut.“
Die Lehreinheit verging wie im Flug. Zwischen Trainer und Caroline lief der Schmäh. Und am Ende stand eine charmante Idee im Raum: „Wir sollten gemeinsam ein Erste-Hilfe-Kabarett auf die Bühne bringen!“