GREEN GARDEN CARE – ein Erfolgsmodell
Wenn zwischen Hochbeeten Kräuter duften, Wildblumen blühen und Vögel in neu geschaffenen Rückzugsorten nisten, wird sichtbar, was GREEN GARDEN CARE bewirken kann: Natur wird zum aktiven Bestandteil moderner Pflege. Sie strukturiert den Alltag, aktiviert Erinnerungen und schafft sinnstiftende Aufgaben. GREEN GARDEN CARE steht beispielhaft für einen Ansatz, der ökologische Verantwortung und Lebensqualität konsequent miteinander verbindet.
Der Samariterbund verfolgt in seinen Pflegekompetenzzentren das Ziel, Selbstständigkeit und Wohlbefinden älterer Menschen durch aktivierende Pflege zu fördern. Mit GREEN GARDEN CARE wurde ein Projekt initiiert, das den Herausforderungen des Biodiversitätsverlustes aktiv begegnet und naturnahe Interventionen systematisch in den Pflegealltag integriert.
Biodiversität als Teil des Pflegeverständnisses
Im Mittelpunkt stehen konkrete Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung bestehender Gartenflächen. Durch die Anlage von Totholzbereichen und Naturzäunen entstehen Lebensräume für Insekten und Kleinsäuger. Diverse Biodiversitätsinseln bieten Rückzugsorte für Reptilien, Amphibien und Wildbienen. Nisthilfen für Insekten sowie Vogelfütterungsstationen fördern die Artenvielfalt. Blühstreifen, Schattenbäume und heimische Wildsträucher entlang eines neu errichteten Demenzweges schaffen Nahrungsquellen und Schutzräume. Sie dienen gleichzeitig als Ort für diverse Sinneswahrnehmungen und regen zu Bewegung und Spaziergängen ein, während Hochbeete, Kräuterspiralen und Kompostplätze Kreislaufwirtschaft erlebbar machen.
Diese naturnahen Strukturen erfüllen eine doppelte Funktion: Sie stärken die Biodiversität und bilden gleichzeitig die Grundlage für therapeutische und aktivierende Angebote. Gartenarbeit, Aussaat und Ernte, Naturbeobachtungen oder die Pflege von Pflanzen fördern Motorik, kognitive Fähigkeiten, emotionale Stabilität und soziale Interaktion. Auch für immobile oder desorientierte Bewohner:innen werden Möglichkeiten geschaffen, Natur über begleitete Beobachtungen bewusst wahrzunehmen.
Nachhaltigkeit mit sozialer Wirkung
GREEN GARDEN CARE wirkt nicht nur auf ökologischer Ebene. Die Einbindung von Mitarbeiter:innen in Planung und Umsetzung stärkt Teamgeist, Identifikation und Resilienz. Naturerlebnisse im Arbeitsumfeld tragen zur psychosozialen Gesundheit bei und verankern Nachhaltigkeit als gelebten Bestandteil der Organisationskultur.
Wie Nachhaltigkeit im Alltag kreativ umgesetzt werden kann, zeigt das Weihnachtsbaum-Projekt. Nach den Feiertagen wurden ausgediente Weihnachtsbäume nicht entsorgt, sondern als strukturreiche Lebensräume in die Gartenanlagen integriert. Sie dienten Vögeln als Schutz- und Nistplatz sowie als Futterstation in der kalten Jahreszeit, bestückt mit Nüssen, Sonnenblumenkernen und weiteren natürlichen Futtermitteln. Upcycling-Ideen wie Zapfen oder wiederverwendete Materialien ergänzten das Konzept. So wurde aus einem saisonalen Symbol ein nachhaltiger Beitrag zur Artenvielfalt.
Mehrwert – für Tiere, Pflanzen und Menschen
GREEN GARDEN CARE zeigt eindrucksvoll, wie ökologische Maßnahmen und professionelle Pflege ineinandergreifen können. Wo Natur bewusst integriert wird, entstehen Lebensräume mit Mehrwert – für Tiere, Pflanzen und vor allem für die Menschen, die dort leben und arbeiten. Im Jahr 2025 wurde das GREEN GARDEN CARE-Projekt mit dem Theodor-Kery- Preis ausgezeichnet.